12. Oktober 2017

Nachricht

„Trauerreise“ führte nach Juist

Hospizdienst Leine-Solling zwischen Wind und Meer

In den letzten warmen Tagen des August waren 20 Personen unterschiedlichen Alters zu einer Urlaubswoche auf die Insel Juist unterwegs. Die Reisenden hatte eines gemeinsam: Sie alle waren vom Verlust eines nahen Angehörigen betroffen. Ein achttägiges Programm und gute Gemeinschaft kennzeichneten die Tage auf Juist, die dieses Mal von viel Sonne begleitet wurde. Die Reise nach Juist ist eine „begleitete Trauerreise“, die der Ambulante Hospizdienst Leine-Solling seit sechs Jahren regelmäßig anbietet. Begleitet und durchgeführt wird sie von zwei ausgebildeten Trauerbegleiterinnen und einer Märchenerzählerin.

Beim Juist-Nachtreffen wurden nochmal Erinnerungen an „Glücksmomente“ ausgetauscht und Wünsche für die Reise im Jahr 2018 aufgenommen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig über die nachstehend geäußerten Statements. So sagte Christine: „Ich hatte nach der Rückkehr viele Tage Heimwehanfälle nach Juist“. Josef ergänzte, „das Beeindruckendste für mich war die Gemeinschaft der Gruppe. Es gab keine Missstimmungen“. Dagmar schwärmte, es sei ein „Urlaub für alle Sinne“ gewesen. Susanna wurde noch einmal deutlich: „Juist heißt nicht umsonst Zauberinsel“. Ellen hob hervor, dass für sie „der Klangweg in den Dünen etwas ganz Besonderes“ sei: „Ich höre immer noch die vom Wind gespielte Windharfe“. Für Annette ist Juist „ein Stück Himmel auf Erden“. Die Teilnehmer machten in ihren Rückmeldungen auch deutlich, dass Auswirkungen der Reise auch Zuhause noch spürbar sind. So äußerte Ralf „Juist hat mir in meiner erst zu kurzen und harten Trauerzeit viel gebracht“ und Ingrid ergänzte „ich nehme mir jetzt mehr Zeit für mich selber“.

Wertvoll waren die vielen Gespräche untereinander, das gemeinsame Erleben der Sonnenuntergänge sowie dem Rhythmus der Wellen zuzuschauen. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, „die autofreie Insel schaffe eine besondere Atmosphäre der Ruhe und Besinnung.

Auch im nächsten Jahr wird es die Möglichkeit geben, eine solche Reise mitzuerleben. Eine Fahrt wird vom 25.-30.04.2018 angeboten, eine weitere Reise dann vom 01.-09.09.2018.

Die Reisen sind gedacht für Menschen in Umbruchsituationen, die ihr Leben neugestalten müssen, Altes verabschieden wollen, auf der Suche nach dem nächsten Schritt sind, sich dabei Unterstützung wünschen und den Austausch mit anderen in einer veränderten Umgebung suchen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet feste Gesprächsangebote am Morgen und Abend eines Inseltages und nach Bedarf sowie themenorientierte kreative Angebote. Es bleibt genügend Zeit, die Insel allein oder in kleinen Gruppen zu erkunden oder am Meer zu verbringen sowie für gemeinsame Ausflüge.

Weitere Informationen finden Interessierte demnächst auf der Homepage unter www.zwanzig-minuten.de und im Büro des Ambulanten Hospizdienstes Leine-Solling bei Annette Hartmann unter der Telefonnummer 05551 / 91 58 33. Dort sind auch Anmeldungen möglich.