Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Orgel

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Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Kirchenvorsteher sind „Spezialisten für die Kirche vor Ort “

31. Mai 2018

Interview mit Reinhard Papesch, Vorsitzender des Kirchenkreistages im Kirchenkreis Leine-Solling

Herr Papesch, welche Bedeutung sehen Sie in der ehrenamtlichen Arbeit in den Kirchenvorständen?
Ehrenamtliche haben oft einen anderen Blick als Pastorinnen und Pastoren. Sie sind Spezialisten, Fachleute und sind selber „Gemeinde“. Ein wesentliches Pfund ist ihre Bereitschaft für Kirche vor Ort da zu sein und Aufgaben zu übernehmen. Und das bedeutet ganz praktisch: Vordenken, anpacken, mitmachen. Kirchenvorstände haben damit Anteil an der Leitung unserer Kirche, sie sollen die Arbeit vor Ort begleiten, das Zusammenwirken in der Kirchengemeinde fördern und mit Anregungen und Impulsen das kirchliche Leben voranbringen.

Welche Herausforderung sehen Sie für die nächsten sechs Jahre?
Wenn ich auf die lange Zeit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit zurückschaue, dann sind es eigentlich immer wieder die gleichen Themen und Herausforderungen kirchlicher Arbeit. Das ist nicht pessimistisch oder enttäuscht gemeint. Aber Gesellschaft verändert sich und Kirche muss sich daran messen. Wir brauchen Perspektiven für die Gemeinde von morgen und Zusammenarbeit im Kirchenkreis. Außerdem brauchen wir Kirchengemeinden und einen Kirchenkreis mit Profil - und natürlich eine lebendige „Kirche im ländlichen Raum“. Eine besondere Herausforderung bleibt die Besetzung von Pfarrstellen. Voraussichtlich werden nicht die finanziellen Mittel fehlen, sondern die Pastorinnen und Pastoren.

Was würden Sie als Vorsitzender des Kirchenkreistages den neuen Kirchenvorständen gerne mit auf den Weg geben?
Die Arbeit der Kirchenvorstände kann und soll natürlich nicht an den Kirchengemeindegrenzen enden. Das Mitwirken der Ehrenamtlichen strahlt in den Kirchenkreis und setzt Zeichen für übergemeindliche Anliegen. Als Vorsitzender des Kirchenkreistages Leine-Solling, dem „Parlament der Ehrenamtlichen“ weiß ich, dass wir wieder 63 engagierte Kirchenmitglieder gewinnen, die bereit sind, Verantwortung für den Kirchenkreis zu übernehmen. Das müssen nicht Kirchenvorstandsmitglieder sein, aber die Kirchenvorstände entscheiden, wen sie entsenden. So arbeiten wir auf unterschiedlichen Ebenen, sei es im Kirchenvorstand, dem Kirchenkreisvorstand, in Arbeitsgruppen, in Ausschüssen des Kirchenkreistages, im Kirchenamt und im Konvent der Mitarbeitenden. Unser gemeinsames Ziel ist: den Kirchenkreis zukunftsfähig machen.

Wie können neue Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher sich informieren?
Mitgestaltung und Mitverantwortung setzen Informationen voraus, diese werden auf dem geplanten Kirchenvorstandstag am 20. Oktober in Northeim gegeben. „www“, also: „wissen – würdigen – weitergeben“ ist ein zentrales Element der KV-Arbeit. Für Entscheidungen sind Informationen darum enorm wichtig. Dabei helfen Kirchengemeinde, der Kirchenkreis Leine-Solling und der Kirchenkreistag.

Zur Person: Reinhard Papesch ist Lehrer an der Heinrich-Roth-Gesamtschule in Bodenfelde und seit 2002 Vorsitzender des Kirchenkreises Leine-Solling wie auch zuvor im Altkirchenkreis Uslar. Außerdem war er von 1994 bis 2012 Mitglied im Kirchenvorstand Bodenfelde. Er ist Lektor und hält Gottesdienste in Kirchengemeinden des Altkirchenkreises Uslar. 
Dem Kirchenkreistag des Kirchenkreises Leine-Solling gehören 63 gewählte Mitglieder an. Sie repräsentieren die Gemeinden und Institutionen zwischen Einbeck, Northeim und Uslar und treffen wichtige Entscheidungen für die etwa 57.000 Gemeindeglieder. Die Wahlperiode für das „Kirchenkreisparlament“ endet zum Dezember 2018. Im Februar 2019 wird ein neuer Kirchenkreistag konstituiert.