Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Das Geld spielt immer eine Rolle

30. August 2018

Viele Themen beschäftigen den Kirchenkreistag Leine-Solling

In der St. Mauritius-Kirche in Hardegsen begann die jüngste Sitzung des Kirchenkreistages Leine-Solling mit einer Andacht. Diakonin Heike Nieschalk berichtete von jenem namensgebenden Mauritius, der Offizier in Ägypten war und sich mit seiner Legion an der Christenverfolgung beteiligen sollte. Doch er und seine Leute verweigerten den Befehl und nahmen dafür sogar die Todesstrafe auf sich. Bis heute müssen Menschen wegen ihres Glaubens um ihr Leben fürchten, so Nieschalk, und wenn wir gefragt werden, stehen wir dann zu unserem Glauben?

Die Frage blieb im großen Rahmen unbeantwortet, denn in der eigentlichen Sitzung ging es dann um ganz pragmatische und strukturelle Fragen. Finanzen, in diesem Falle jene für Friedhöfe und Mietobjekte waren Thema, ebenso das neue Kirchenamt und nicht zuletzt das Gebäudemanagement des Kirchenkreises.

Der Finanzausschuss hatte sich intensiv mit den Kostenerhebungen für Friedhöfe und Mietobjekte auseinandergesetzt, denn die sind deutlich höher als die Einnahmen und müssen daher überarbeitet werden. Die vorgestellte Berechnungsgrundlage musste natürlich ausführlich erläutert werden und wurde in einigen Details diskutiert, vor allem, weil klar wurde, dass auf die einzelnen Gemeinden somit auch eine Überprüfung ihrer Gebühren zukommt. Am Ende jedoch wurde sämtlichen Beschlüsse mehrheitlich zugestimmt, da die Änderungen nun einmal notwendig sind.

Deutlich leichter ging da der Sachstandsbericht zum neuen Kirchenamt in Northeim über die Bühne. Kirchenkreisamtsleiter Karl-Heinz Himstedt wird der neue Leiter des künftigen gemeinsamen Amtes der Kirchenkreise Leine-Solling und Harzer Land. Dazu hat der Kirchenkreis Harzer Land ein Gebäude in Northeim gekauft, die ersten Abteilungen ziehen bereits um und der Umbau läuft auf Hochtouren. Auch eine neue Telefonanlage und eine neue Serveranlage wurden angeschafft.

Umbauten sind auch an vielen weiteren Gebäuden im Besitz der Kirche notwendig. Der demografische Wandel und der drohende Pastorenmangel in den kommenden Jahren machen eine Prüfung der Gebäude notwendig. Dazu hat eine Arbeitsgemeinschaft eine Liste erarbeitet, nach der Gebäude eingestuft werden. Leider gibt es darin auch eine Kategorie für jene Pfarrhäuser etc. die de facto nicht mehr benötigt werden bzw. bei denen die Finanzierung einer notwendigen Sanierung in Anbetracht der Nutzung schwierig ist.

Diese Liste, so erläuterte der Leiter des zentralen Bauausschusses, Dr. Christian Steigertahl, wird natürlich immer wieder den realen Gegebenheiten angepasst, doch grundsätzlich müssen sich Gemeinden mit der Vermietung oder dem möglichen Verkauf einiger Immobilien befassen. Die Landeskirche hat Mittel zum Gebäudemanagement zur Verfügung gestellt. Diese Zuweisungen wiederum konnten teilweise für die Sanierung von Pfarrhäusern eingesetzt werden, die modernisiert werden können. Auch das ist schließlich notwendig. Dennoch müsse jede Gemeinde, so mahnte Dr. Steigertahl an, bewusster mit ihrem Gebäudebestand umgehen.

Auch hier stimmte schließlich eine Mehrheit den zur Diskussion stehenden Beschlüssen zu, wenn auch um einige Formulierungen lebhaft gestritten wurde.

 Zum Ende der Sitzung berichtete Pastor Karl-Otto Scholz aus der Landessynode, also dem „Parlament“ der Landeskirche. All jene Probleme, die in Leine-Solling zum Teil für Zähneknirschen sorgen, werden auch dort hitzig diskutiert, machte er deutlich. Da Kirche insgesamt schrumpft, ist sie gezwungen, sich in einigen Bereichen neu aufzustellen, um nicht an Relevanz zu verlieren.

Dazu zähle insbesondere die Abkehr von einer „Anstaltskirche“ hin zu einer „Aktionskirche“, um Bedürfnissen der Gläubigen entgegenzukommen. Weiterhin wird auf die Kindertagesstätten geblickt und beispielsweise mit dem Projekt „Vision Kirchenmusik“ auch auf die Vermittlung dieses großen Schatzes der kirchlichen Musik an die nächste Generation. Insofern gilt es für heutige Christen eben doch, Farbe zu bekennen und eindeutig zu ihrem Glauben und ihrer Kirche zu stehen.