Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Orgel

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Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Gewählt, berufen, eingeführt – und nun?So funktioniert Kirche

25. Oktober 2018

Karl-Heinz Himstedt informierte Kirchenvorsteher über grundlegende Strukturen
Für die Arbeit von Kirchenvorstehern und -vorsteherinnen ist es durchaus sinnvoll, ein wenig über die größeren Strukturen der evangelischen Kirche zu wissen. Diesen Part übernahm der Leiter des künftigen gemeinsamen Kirchenamtes, Karl-Heinz Himstedt. Doch so trocken das Thema auch klingen mag, so schnell nahm Himstedt seinen Zuhörern auch die Angst vor einem anstrengenden Vortrag.
Die Basis von Kirche und damit in sehr vielen Punkten Entscheidungsträger ist und bleibt die Kirchengemeinde bzw. jene Kirchenvorsteher, die jetzt ehrenamtlich die Verantwortung für ihre Gemeinden übernommen haben. Alle anderen Strukturen sind in erster Linie organisatorisch notwendig und vielmehr Hilfe und Unterstützung als Hierarchie. „Trotzdem ist es gut, manches mal gehört zu haben“, so Himstedt.
Über der Kirchengemeinde gibt es die Ebene des Kirchenkreises mit dem Kirchenkreistag als Gremium, darüber den Sprengel, in diesem Falle den Sprengel Hildesheim-Göttingen mit Eckhard Gorka als Landessuperintendent, der übrigens gerne zu wichtigen Veranstaltungen eingeladen werden darf, nur sollte das eben frühzeitig erfolgen. Übergeordnet ist dann die Landeskirche Hannovers, nur eine von mehreren Landeskirchen in Niedersachsen, aber mit der Landessynode als Gremium und Landesbischof Ralf Meister eben zuständig für die Gemeinden in den Kirchenkreisen Leine-Solling und Harzer Land.
„Wer etwas bewegen möchte, dem kann ich nur empfehlen, in den Kirchenkreistag zu gehen“, gab Himstedt seinen Zuhörern mit, doch auch das nur als Tipp zu verstehen, keinesfalls Zwang. Grundsätzlich gelte nämlich, dass die Kirchenvorstände sehr vieles selbst regeln können, wenn sie das wollen. Für alles andere gibt es momentan die Kirchenkreisämter, in Kürze dann das gemeinsame Kirchenamt, das allerdings nicht als Behörde gesehen werden sollte, sondern als Dienstleister. Viele Aufgaben, beispielsweise Energiekostenrechnungen oder Pachtverträge, können hier viel leichter bearbeitet werden als in den Gemeinden, weil die Mitarbeiter nun einmal die Routine haben, sich tagtäglich damit zu befassen.
„Wenn Sie wollen, dass wir was für sie machen, rufen Sie uns an“, bot der Amtsleiter völlig behördenuntypisch an. Seine Mitarbeiter würden weder eine lange Warteschleife vorschieben, noch Anrufer abwimmeln. Manches sei bei Kirche eben doch anders als es vielleicht anderswo wäre.
Als letzten wichtigen Punkt sprach er auch noch die Finanzierung der Kirchengemeinden an. Die setzt sich nach einem bestimmten Schlüssel aus Zuweisungen zusammen, hinzu kommen verschiedenste Möglichkeiten des Fundraisings und natürlich Spenden, zu denen unter anderem die Kollekten gehören und ganz ausdrücklich auch die Zeitspenden aller Ehrenamtlichen, die man, so Himstedt, nicht genug loben kann.
Manches klingt viel komplizierter als es am Ende tatsächlich ist, so der Eindruck nach diesem Workshop. Eines musste Himstedt dann aber doch noch einmal betonen. Wenn jetzt die Kirchenkreisämter fusionieren, hat das ansonsten keinerlei Auswirkungen auf die beiden Kirchenkreise und ihre Gemeinden. Dort bleibt alles, wie es ist, lediglich die Ansprechpartner beim Kirchenamt können sich ändern.