Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Orgel

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Kindergottesdienst

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Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Deine Liebe ist köstlicher als Wein

01. November 2018
Hans-Wolfgang Lesch Foto: Kirchengemeinde

Hans-Wolfgang Lesch: Eine „literarische Predigt“ in der Münsterkirche

Was ist eine „literarische Predigt“? Legt man dem Begriff eine weite Bedeutung zu Grunde, kann jede Predigt als „literarisch“ bezeichnet werden, sofern sie auf die Bibel des Alten oder Neuen Testaments Bezug nimmt. Und das dürften wohl die allermeisten Predigten tun. Denn die Bibel selbst ist ja Literatur, zum Teil in höchster Vollendung. Denn sie erzählt Geschichten und Geschichte, die historisch überprüfbar sind, sie bietet Lyrik in unterschiedlicher Form, sei es als Gesänge, Gebete oder als ergreifende Liebesdichtung wie etwa das „Das Hohelied Salomos“: „Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; ja, deine Liebe ist köstlicher als Wein.“ Eine solche literarische Predigt jedenfalls ist am Sonntag, 4. November, um 10 Uhr in der Münsterkirche St. Alexandri in Einbeck mit Hans-Wolfgang Lesch zu erleben.

Bei einer engeren Begriffsfassung verstehe ich unter dem Attribut literarisch, dass literarische Texte auf die Bibel Bezug nehmen, Texte aus ihr auswählen und sie literarisch gestalten. Das für mich nicht zu übertreffende Beispiel ist Thomas Manns vierbändiges Romanwerk „Joseph und seine Brüder“. Aus den 25 Kapiteln des 1. Buches Mose 25 bis 50 entstehen bei Thomas Mann vier Bände mit je nach Ausgabe 1300 bis 1800 Seiten, deren Entstehung sich über 17 Jahre erstreckte und die er nach eigenem Bekunden gegen Totalitarismus, Nationalsozialismus und den 2. Weltkrieg schrieb.
„Aber nicht nur Thomas Mann schöpfte aus der Bibel. In der Predigt soll es darum gehen, an wenigen Beispielen zu zeigen, wie viele Texte der neueren deutschsprachigen Literatur ohne die Bibel nicht entstanden wären, wie viele auf sie Bezug nehmen, wie viele sie verwenden und verwandeln – und das zum Teil mit überraschenden Ergebnissen. Ich hoffe, die Bibel wie die ausgewählten Texte in einem neuen Licht zeigen zu können“, so Prof. Hans-Wolfgang Lesch.