Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Abschied mit Haushalt und Segen

15. November 2018
Reinhard Papesch und Stephanie von Lingen Superintendentin Stephanie von Lingen verabschiedet Reinhard Papesch, der seit 15 Jahren mehrere Kirchenkreistage führte. Foto: Christian Steigertahl

Kirchenkreistag tagte ein letztes Mal

Bewegende Abschiede, nüchterne Zahlen, ein Vortrag zum Ehrenamt und Musik einer spontan gegründeten Kirchenband standen auf dem Programm des Kirchenkreistages, der am 8. November ein letztes Mal zusammenkam. Mehr als 80 Delegierte und Gäste waren aus den Gemeinden des Kirchenkreises Leine-Solling nach Northeim angereist, unter ihnen auch künftige Mitglieder des neuen Kirchenkreistages, der im Februar einberufen wird. Im Mittelpunkt stand der Abschied von den Delegierten, die ihre Mitarbeit im Kirchenkreistag beendeten. Die Corvinuskirche wurde extra aus diesem Anlass mit Tischen ausgestattet.

Mit den Worten „Sie sind eine echte Marke!“ verabschiedete Superintendentin Stephanie von Lingen den langjährigen Vorsitzenden Reinhard Papesch aus Bodenfelde, der den Kirchenkreistag seit der Gründung des Kirchenkreises Leine-Solling geführt hatte. „Die Gesellschaft ändert sich und Kirche muss sich daran messen“, sei so ein typischer Papesch-Satz, erinnerte die Superintendentin.
Stets habe Reinhard Papesch als Vorsitzender die „Ehrenamtlichen als Fachleute im Blick gehabt, die vordenken, anpacken und mitmachen.“ Den engagierten Lehrer und Handwerker bezeichnete von Lingen als einen Hausbauer, der am Haus der evangelischen Kirche mitgearbeitet habe: „Das Kirchenkreistagshaus steht gut da. Wir können Ihnen dafür nicht genug danken.“ Einen „Heiligenschein“ könne sie leider nicht überreichen, aber dafür einen „Gutschein“ für Baumaterial und Werkzeug.
Verabschiedet wurde Reinhard Papesch mit langanhaltendem, stehendem Applaus. Er hatte bereits zuvor den Kirchenkreistag in Uslar geleitet und stand insgesamt 15 Jahre an der Spitze des Parlaments des Kirchenkreises. Geehrt wurde auch die Delegierte Helga Ebeling aus Sievershausen, die das Bundesverdienstkreuz am Bande vom Bundespräsidenten erhalten hatte. Ausgezeichnet wurde sie für ihre langjährige ehrenamtliche Mitarbeit in Kirchenkreistag und Kirchenkreisvorstand, aber auch in Politik und Vereinen.

Zuvor hatte die Superintendentin in ihrem Bericht die Ergebnisse der Legislaturperiode gewürdigt. So entwickelte der Pachtausschuss neue Pachtkriterien, während vier Bauausschüsse zahlreiche Renovierungen begleiteten. Außerdem sei ein vorbildliches Gebäudemanagement auf die Beine gestellt worden. Der Stellenplanungsausschuss sorgte für die Stabilisierung der Pfarrstellen und der Diakonieausschuss begleitete die intensive Arbeit mit den Flüchtenden. Der KiTa-Ausschuss konnte außerdem ein gemeinsames Leitbild und einen gemeinsamen Qualitätsmanagementprozess für fast alle KiTas des Kirchenkreises beschließen. Der Finanzausschuss stellte an dem Abend noch den Haushaltsplan für 2019 vor.

Weitere Themen waren die Verabschiedung des Haushaltsplans für 2019 und ein Ausblick auf ein künftiges Modell von „Gestaltungsräumen“ für Pastorinnen und Pastoren. „Landliebe geht vor Landflucht“, skizzierte Pastor Martin Possner aus Dassel eine der Leitlinien künftiger Stellenplanung: „Wir sind gerne Pastorinnen und Pastoren im ländlichen Raum, müssen uns aber den Herausforderungen stellen.“ So müsse einem künftigen Pastorenmangel begegnet werden. Denkbar wäre eine Arbeit in „Gestaltungsräumen“, in denen die Pastorinnen und Pastoren einander verstärkt unterstützen und aufgabenorientierter arbeiten.

Als Referentin hatte zuvor Pastorin Susanne Briese aus Hannover auf die Bedeutung des Ehrenamts in der Kirche hingewiesen. Die Zahl der Ehrenamtlichen sei gestiegen, so die Landespastorin für Ehrenamtliche. Sie regte klare Verabredungen sowie eine verstärkte Koordination an. Es ginge nicht allein darum, die anstehende Arbeit zu verteilen, sondern die besonderen Gaben der Ehrenamtlichen „zum Leuchten zu bringen“.

Zum Abschluss der sechsjährigen Legislatur stand ein Abendsegen, den Superintendent Jan von Lingen unter den Satz „Zeit ist Gnade“ stellte. Die Andacht begleitete eine ungewöhnliche Kirchenband: Unter der Leitung von Kirchenkreiskantorin Ulrike Hastedt setzten sich Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises an Instrumente und spielten Schlagzeug, Gitarre, Flöte, Saxophon und Gitarre.

Reinhard Papesch und Helge Ebeling Reinhard Papesch gratuliert und verabschiedet Helga Ebeling, die von der Landrätin das Bundesverdienstkreuz erhalten hatte. Foto: Christian Steigertahl