Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

„Oh ja, so kann Kirche auch aussehen!“

22. November 2018
Fotos und Text: Mareike Spillner

„Kirche Kunterbunt“ als neues Gottesdienstformat für alle Generationen in Northeim

Eine Kirche a là Astrid Lindgren, wie in Pippi Langstrumpfs Lied: Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt – das ist die „Kirche Kunterbunt“, die die Gemeinden von Northeims Südregion etwa einmal im Monat immer sonntags, wenn junge Familien und auch die Großeltern Zeit haben, organisieren. Sie begeistert seit fast zwei Jahren Groß und Klein: Eltern verbringen Zeit mit ihren Kindern, Enkel basteln mit Oma und Opa, gemeinsam wird gegessen und alle genießen die Zeit miteinander. „Wir machen Kirche so, wie sie uns gefällt und feiern eine noch ganz junge Art von Gottesdienst für alle Generationen und für die ganze Familie. Hier dürfen die Kinder umhertoben, ohne dass ein 'pssssst' ertönt“, erklärt lächelnd David Geiß, Pastor in der Apostelkirchengemeinde und stellvertretender Superintendent.

Am heutigen Reformationstag sind zum Beispiel gleich sieben verschiedene „Freiraum-Stationen“ zum Entdecken aufgebaut. So zum Beispiel eine Station unter dem Motto „Boote, die tragen“, oder auch eine „Oase der Ruhe“ im Nebenraum, bei der entspannte Klänge, tiefgründige Textpassagen und eine warme, wohltuende Atmosphäre zum Zurücklehnen und in sich gehen einladen. Sehr beliebt ist auch der Stand unter dem Motto „Schöpfung bewahren“, der über Brot für die Welt in den ärmsten Ländern der Erde informiert und an dem vom Getreidemahlen bis zum fertigen Brotfladen alles selbst hergestellt und erlebt werden darf.

Doch bevor die kleinen und großen Entdecker in der Kirche auf Erkundungstour gehen, wird erstmal gemeinsam an den langen Tischen Platz genommen, gemeinsam Kuchen gegessen und Tee oder Kaffee getrunken. Ganz gemütlich, wie in großer Geburtstagsrunde zu Hause. Nur dass sich manche am Tisch bisher noch gar nicht kannten. Aber glücklicherweise lässt sich das ja schnell ändern – und aus Fremden können im Nu Freunde werden. Eine Mama aus Höckelheim ist zum Beispiel an diesem Nachmittag durch den Konfirmationsunterricht ihres Sohnes hier gelandet. Und die kleine Schwester wurde kurzerhand auch gleich mitgebracht. „Als ich die Kirche betreten habe, dachte ich zugegebenermaßen als erstes: Was? Das soll Kirche sein? So viel Gewusel und Lebendigkeit, so viele unterschiedliche Generationen auf einem Haufen.“ Schon wird sie von ihrer Tochter unterbrochen: „Mama, wollen wir auch backen?“ Und mit einem Blick zurück sagt diese: „Sehen Sie: Ich habe mich schnell an diese Art Gottesdienst gewöhnt und wir finden die Idee einfach großartig. Sicher kommen wir wieder!“ Soviel dazu, ergänzt da Matthias Vespermann, im Kirchenkreis für alles rund um Popularmusik zuständig: „Oh ja, so kann Kirche auch aussehen!“ Natürlich stand heute auch ein wenig „typisch Kirchliches“ auf dem Programm – aber auch das in moderner Präsentationsform: Das Vaterunser als Lied zum Beispiel, außerdem ein Film zur „Reformation für Einsteiger“ und eine ganz besondere Tradition: Gesang und Tanz zu dem Lied: „Ein Seil zieht in unserem Kreis seine Runden...“ Und zum Abschluss werden noch zusammen Spätzle mit Gemüse verdrückt – es soll ja schließlich niemand hungrig nach Hause gehen...

Wer nun neugierig geworden ist: Die Gemeinden der Südregion starten in den Advent mit einer „Kirche Kunterbunt“ am Sonntag, dem 2. Dezember, von 14.30 bis 18 Uhr in der Apostelkirche in der Teichstraße 58 in Northeim. „Gemeinsam wollen wir uns auf die Ankunft von Jesus vorbereiten“, freut sich Pastor David Geiß. Natürlich mit Kaffee und Adventsgebäck, spannenden Weihnachtsgeschichten, neuen und alten Weihnachtsliedern und kunterbunten Bastelstationen. „Ihr könnt Sterne herstellen, Geschenke für eure Liebsten basteln, Kekse backen und vieles mehr“, verspricht der Pastor und lädt alle interessierten Familien zur Teilnahme ein. Gesucht werden weiterhin Helferinnen und Helfer, die die Überraschungskirche vorbereiten. Das Team besteht bisher aus etwa acht Leuten, aber Zuwachs ist gerne gesehen, damit die Vor- und Nachbereitung sowie die Aufgaben am Tag der Überraschungskirche selbst auf möglichst vielen Schultern verteilt werden können. Schließlich nehmen bis zu 70 Besucher an einer Veranstaltung teil. Und das ohne Eintrittsgeld – einfach nur gegen eine freiwillige Spende. Infos erteilt gerne der viel zitierte Pastor David Geiß unter Tel. 05551/912521 oder per E-Mail an: david.geiss@evlka.de