Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

„Ein Stück gemeinsamer Weg auf Zeit“

07. Februar 2019
Christiane Galle Foto: Privat

Pastorin Christiane Galle vorübergehend in Iber-Odagsen tätig

Der Kirchenkreis Leine-Solling hat ein neues Gesicht: Seit Januar übernimmt Pastorin Christiane Galle gemeinsam mit den Kollegen aus der Region die Vertretung für die Kirchengemeinde Iber-Odagsen. Denn Pastorin Elsa Höffker ist für gut ein Jahr in Elternzeit.
Für Dassensen-Wellersen ist solange Pastor Martin Giering zuständig, der dort aus früheren Vakanzen bereits gut bekannt ist.

Vertretungsweise im Leinetal tätig zu sein, bedeutet für die 60-Jährige einen spannenden Einblick in einen lebendigen Kirchenkreis mit vielen sehr engagierten Menschen in den Gemeinden. „Ein Stück gemeinsamer Weg auf Zeit. Die Offenheit, mit der ich für diesen besonderen Dienst willkommen geheißen wurde, hat mich berührt“, sagt Christiane Galle, deren Einführungsgottesdienst am 13. Januar in Odagsen stattfand. Was sie bewegen möchte? „Die Gemeinde in der Elternzeit pfarramtlich gut unterstützen und vielleicht auch exemplarisch ein wenig dazu anregen, Inklusion als kirchliches Herzensanliegen vor Ort in den Blick zu nehmen“, so die Pastorin, die Bewegung in der Natur, Schwimmen, Gartenarbeit, Musik, Kunst und Kultur zu ihren Hobbys zählt.
Sie ist aus der Überzeugung Pastorin geworden, dass die Tiefenschichten des Glaubens und der Hoffnung, wie sie im christlichen Glauben erlebbar und im Nachdenken über den Glauben auch transparent und plausibel zu machen sind, eine unerschöpfliche Relevanz für das persönliche Leben jedes Menschen haben, aber auch für die Gemeinschaft und die Gesellschaft.
Aus dem Glauben erwachse insofern auch eine Sensibilisierung für die Verantwortung, die daraus für den Einzelnen und die Kirche erfolge.

Und wie „Kirche" für sie in zehn Jahren aussieht? „Lebendige Gemeinden leben in 10 Jahren zugleich eng vernetzt in ihren Sozialräumen und werden gerade so dem Leitbild einer inklusiven Kirche noch gerechter, in der jeder Mensch willkommen ist und zur Teilhabe ermutigt und auch befähigt wird“, ist Christiane Galle der Meinung. Für den zunehmend wichtig werdenden, interreligiösen Dialog werde es noch bedeutsamer sein, im eigenen Glauben persönlich zuhause, verwurzelt und auch ausdrucksfähig zu sein. „Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden deutlich mehr Raum zum Mitreden und Mitgestalten in der Kirche erhalten als derzeit“, ist sich die Pastorin sicher. Ebenso Menschen mit besonderen Bedingungen und Herkünften, die das Leben der Gemeinden bereichern und vertiefen könnten. „Denn aus der geschenkten voraussetzungslosen Annahme durch Gott leben, das tun alle. Auch mit Menschen ohne ausdrücklichen Bezug zu Religion und Glauben wird die Kirche noch mehr im Dialog sein.“

Lebenslauf
Christiane Galle ist in Osnabrück und Göttingen aufgewachsen. Christliche Kirche und die Geschichten der Bibel waren ein spannender Resonanzraum für das eigene Leben. Der Besuch des Kindergottesdienstes und von Veranstaltungen für Kinder und später für Jugendliche weckten die Neugier, ob der christliche Glaube mit Herz und Verstand zugleich erkundet und gelebt werden kann. Nach einem Diakonischen Jahr im Taubblindenwerk in Hannover folgten Studienjahre in Göttingen und Heidelberg und als Hobby das Singen Alter und Neuer Musik in Kantoreien.

Das Vikariat in Hannover und Loccum lösten erste Berufsjahre als Landpastorin im Leinebergland und ab 1999 im oberen Göttinger Ostviertel (Corvinusgemeinde), nun in Stellenteilung, ab. 2008 und die Folgejahre galt es, den besonderen kirchlichen Ort der Göttinger Studierenden- und Hochschulgemeinde zu gestalten und mit den Studierenden und Universitätsangehörigen weiterzuentwickeln. Ökumene und der Dialog der Religionen wurden hier besonders wichtig, so die Initiierung und Planung des Raumes der Stille an der Universität Göttingen mit Kooperationspartnern aus der Universität und den Religionen auf dem Campus. In den letzten Jahren lag dann ein Schwerpunkt in der Unterstützung der Arbeit an der am 1. Advent 2018 eingeführten neuen Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder (Perikopenrevision) im Kirchenamt der EKD und im Arbeitsbereich Inklusion der Bildungsabteilung der EKD - leicht verständliche Sprache und barrierefreie Kommunikation, besonderer Fokus auf Vernetzung der Inklusionsakteure und -akteurinnen im Raum der EKD in den nächsten Jahren. Die Förderung einer inklusive(re)n Kirche wird auch in den kommenden Jahren der Aufgabenbereich von Christiane Galle im Kirchenamt der EKD sein.
Hinzugekommen ist nun die Mitarbeit im Kirchenkreis Leine-Solling.