Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Wieder „Tschernobylkinder“ in Familien zu Gast

04. Juli 2019

Erholung soll die Gesundheit stärken

Am Donnerstag, 4. Juli, ist es so weit, dann besuchen wieder „Tschernobylkinder“ die Familien im Kirchenkreis Leine-Solling. 20 Gäste aus Weißrussland werden in diesem Sommer erwartet. Sie kommen im Rahmen der Aktion „Tschernobyl-Hilfe“ der hannoverschen Landeskirche, an der sich 17 Kirchenkreise beteiligen.

„Unter unseren Gästen sind 13 Kinder, zwei Dolmetscherinnen, vier Eltern sowie eine junge Erwachsene“, berichtet Cornelia Jäger. In einem Team bereitet sie die Unterbringung vor Ort vor. „Einige Kirchenkreise pausieren oder sind ganz ausgeschieden, dadurch hat sich die Kinderzahl in der Landeskirche reduziert. „Die Lage in Belarus wird aber leider nicht besser, sowohl die wirtschaftliche als auch die gesundheitliche“, so Cornelia Jäger: „Mir und dem Team ist es wichtig, weil wir wissen, dass die Kinder diese Erholungszeit brauchen. Die Verstrahlung ist nicht weg, und die Neuerkrankungen nehmen nicht ab, sondern immer weiter noch zu wie Schilddrüsenkrebs und Leukämie. Zum Teil sind die Kinder auch durch Allergien betroffen.“

Zum Programm gehören neben der Unterbringung in Familien auch Ausflüge in einen Freizeitpark, ein Tierparkbesuch und gemeinsame Nachmittage. „Uns ist es auch wichtig, dass wir durch die Kinder eine andere Verbindung zu Weißrussland aufbauen, weil so auch Freundschaften entstehen“, berichtet Jäger.  So sei eine Dolmetscherin dabei, die mit ihrem Sohn komme. „Mit drei Jahren war sie das erste Mal als Mutter-Kind-Einladung hier, mehr als 15 Mal war sie bereits bei uns zu Gast.“ Auch in anderen Familien entstanden viele Beziehungen. „Früher hielten wir über Briefe Kontakt, heute über Skype. Es ist immer schwieriger Gasteltern zu finden.“ 

„Die Katastrophe von Tschernobyl vor 33 Jahren ist kein einmaliges Ereignis, das auf einen Tag beschränkt ist“, sagt Superintendent Jan von Lingen: „Diese Katastrophe hört nicht auf, denn die Schäden wirken fort, da die Böden radioaktiv belastet sind.“ Von Lingen dankte den Gasteltern für ihre Bereitschaft, die Kinder aufzunehmen: „Vier Wochen saubere Luft und eine ausgewogene Ernährung mit unbelasteten Lebensmitteln tun den Kindern gut und bessern nachweislich das Blutbild.“

Die Gastkinder kommen aus dem Gebiet Gomel im Süden Weißrusslands. Es grenzt unmittelbar an den Unglücksreaktor von 1986. Den Flug und die nötigen Versicherungen für Kinder, Mütter und Dolmetscher bezahlt die evangelische Landeskirche. In ganz Niedersachsen beteiligen sich mehrere hundert Gastfamilien. 17 Kirchenkreise machen bei der diesjährigen Aktion der Landeskirche mit. Bereits zum 29. Mal findet die Hilfsaktion der Die Arbeitsgemeinschaft „Hilfe für Tschernobyl-Kinder" statt. 28.000 Menschen waren bereits zu Gast.


Aus der Pressemitteilung der Landeskirche:
Die weißrussischen Kinder werden von ihren Gastfamilien erwartet und sollen sich vier Wochen lang von den gesundheitlichen Belastungen durch die Tschernobyl-Katastrophe erholen. Der Aufenthalt in Niedersachsen in gesunder Umwelt und bei guter Ernährung kann die radioaktive Belastung der Kinder bis um die Hälfte reduzieren.
Die Kinder kommen aus dem Gebiet Gomel im Süden Weißrusslands und unmittelbar angrenzend an den Unglücksreaktor von 1986. Die Menschen dort leiden weiter unter den gesundheitlichen Folgen der Reaktorkatastrophe. Vor allem über die Nahrungskette gelangen die zum Teil langlebigen radioaktiven Substanzen in den menschlichen Körper, und auch die anhaltende Niedrigstrahlung schädigt das Erbgut. Beides kann zu Krebserkrankungen führen.

Mit dem ersten Flugzeug der diesjährigen Aktion werden 94 Kinder, 17 Mütter und Kleinkinder und acht Dolmetscherinnen sowie eine Ärztin, die in Diepholz hospitieren wird, erwartet. Sie reisen per Bus in die gastgebenden Kirchenkreise Burgdorf (Lehrte), Grafschaft Diepholz, Melle und Neustadt-Wunstorf weiter. Seit 1991 sind allein durch diese Hilfsaktion, die zum 29. Mal stattfindet, über 28.000 Menschen aus dem 1986 durch die Tschernobyl-Katastrophe besonders von der radioaktiven Verstrahlung betroffenen Gebiet Gomel zur Erholung nach Niedersachsen gereist.
Insgesamt werden auf Einladung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers etwa 450 weißrussische Gäste im Zeitraum vom 6. Juni bis zum 1. August 2019 nach Niedersachsen kommen. 17 Kirchenkreise beteiligen sich an der diesjährigen Aktion der Landeskirche.

Weitere Informationen: www.tschernobyl-hilfe.org