Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Ort der Trauer, Begegnung, der Ruhe und Besinnung

04. Juli 2019

Tagungsreihe „Zukunft Friedhof“ mit Teilnehmern aus Leine-Solling und dem Harzer Land
„Zukunft Friedhof“ heißt die neue Tagungsreihe der Landeskirche Hannovers, an der am Samstag im Kirchenamt in Northeim 15 Ehrenamtliche aus verschiedenen Kirchengemeinden der Kirchenkreise Harzer Land und Leine-Solling teilgenommen haben.
Oberkirchenrätin Erika Marten, Leiterin des Referats 84 – Grundstücksangelegenheiten und Friedhöfe im Landeskirchenamt, begrüßte die Anwesenden aus den Kirchengemeinden, die Referenten sowie die Moderatoren aus dem Kirchenamt Northeim Petra Wendt und Tobias Otto und begleitete als Gesamtmoderatorin durch die Veranstaltung. Sie gab eine geschichtliche und theologische Einstimmung zur Bedeutung der evangelischen Friedhöfe und legte dar, wie diese Tagungsreihe entstand und welche Ziele damit verfolgt werden.
Mit drei Impulsvorträgen und anschließenden Arbeitsgruppen wurden anschließend Herausforderungen benannt und konkrete Lösungswege diskutiert, wie kirchliche Friedhöfe zukunftsfähig gestaltet werden können. Der erste Impulsvortrag von Reinhard Benhöfer, Haus kirchlicher Dienste, befasste sich mit der Frage der Nachhaltigkeit und wie Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen erreichen kann. Dabei spielen Art und Auswahl von Bäumen wie auch die Blumenauswahl auf den Gräbern eine entscheidende Rolle. Die Eiche gibt zum Beispiel über 700 Insektenarten eine Heimat, die Esche nur einem Drittel davon und die Eibe, unser häufigster Friedhofsbaum kann nur 9 Arten beheimaten. Eine Blumenwiese auf dem Friedhof, Totgehölze, Insektenhotels und beispielsweise Nistkästen fördern die Biodiversität.
Der zweite Impulsvortrag von Dr.-Ing. Martin Venne thematisierte die nachfrageorientierte Neuausrichtung von Friedhöfen. Dabei spielten Aspekte wie die Veränderung der Bestattungskultur und Friedhofsentwicklungsplanung eine besondere Rolle. Erika Marten, Landeskirchenamt, benannte Durchschnittszahlen der 983 kirchlichen Friedhöfe in der Landeskirche Hannovers. Der Anteil der Urnenbestattungen ist von 11 % der Gesamtbestattungen im Jahr 1990 auf 48 % im Jahr 2015 gestiegen, die Sargbestattungen im gleichen Zeitraum von 89 % auf rund 52 % gesunken.
Im Kirchenkreis Leine-Solling ist diese Entwicklung von Sargbestattungen hin zu Urnenbeisetzungen sogar noch stärker ausgeprägt als im Durchschnitt der Landeskirche. Hier wurden bereits 2015 über 65 % Urnenbestattungen durchgeführt. Nicht nur die Frage der veränderten Angebote von Bestattungsformen auf den Friedhöfen wird dadurch deutlich, sondern auch die Frage von entstehenden Überhangflächen und der Gestaltung von freien Flächen zwischen den Grabstätten. Mit dem dritten Impulsvortrag führte Oberkirchenrätin Marten in die konkrete Umsetzungsphase über und gab Tipps zu Informations- und Unterstützungsangeboten.
Im Ergebnis waren sich alle Beteiligten einig: „Wir brauchen mehr Austausch und eine Fortsetzung solcher Veranstaltungen, denn wir wollen kirchliche Friedhöfe als Ort der Trauer, der Begegnung, der Ruhe und Besinnung und der Verkündigung erhalten.“
Fotos: Teilnehmende bei der Diskussion im Foyer des Kirchenamtes und beim Impulsvortrag von Erika Marten