Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

2020 – Eine neue Verfassung für die Landeskirche

02. Oktober 2019

Dauer von mehreren Jahren von der Vorbereitung bis zur Verabschiedung

Zum Jahresbeginn 2020 wird die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers mit ihren 1.248 Kirchengemeinden und 48 Kirchenkreisen eine neue Verfassung erhalten. Mehrere Jahre dauerte die Vorbereitung bis zu ihrer Verabschiedung. Viele Einzelpersonen, aber auch Kirchengemeinden und Kirchenkreise, haben in über 400 Stellungnahmen zu dem Entwurf Stellung genommen und so an der neuen Verfassung mitgewirkt.
Die neue Verfassung löst die bisherige Verfassung von 1965 ab, die an vielen Stellen nicht mehr zur Wirklichkeit des Lebens in der Kirche und zu ihrer veränderten Stellung in der Gesellschaft passte.
Mit ihrem Grundauftrag, das Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen, steht die Kirche in der heutigen säkularen, multireligiösen und pluralen Gesellschaft vor ganz anderen Herausforderungen als vor über 50 Jahren.
In einer Kirchenverfassung gibt die Landeskirche Auskunft darüber, wie sie sich selbst und ihre Arbeit versteht. Und sie regelt auf verlässliche und transparente Weise das Miteinander in der Kirche zwischen den Ebenen Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche, ebenso aber auch zwischen den ehrenamtlich und den beruflich Mitarbeitenden.
Die Kirche der Zukunft wird sich um ihres Auftrags willen in vielerlei Hinsicht verändern, verändern müssen. Das Grundanliegen der neuen Verfassung ist es darum, diese Veränderungen zu ermöglichen und neue Ideen zu fördern, indem zum Beispiel

junge Menschen mehr Mitspracherecht erhalten,
die Kirchengemeinden und Kirchenkreise vor wesentlichen Veränderungen in der gesamten Kirche befragt werden,
neben der traditionellen Form einer Kirchengemeinde auch Personalgemeinden gebildet werden können,
neuere Formen geistlichen Lebens, Gemeindebildung auf Zeit und selbständige Geistliche Gemeinschaften ausdrücklich als Teil der einen Kirche begrüßt werden.

Genauso wichtig war es auch, dass die Kirchenverfassung etwas aussagt über die Rolle der Kirche in der Gesellschaft. Dazu gehört:

Die Kirche bekennt sich zum demokratischen und sozialen Rechtsstaat.
Sie weiß sich den christlichen Werten von Menschenwürde und Menschenrechten verpflichtet und tritt ein für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in einer offenen und solidarischen Gesellschaft.
Die Kirche bekennt sich zu ihrem Öffentlichkeitsauftrag und versteht sich darum als Teil der Zivilgesellschaft. Christinnen und Christen nehmen Verantwortung für das Gemeinwesen wahr und engagieren sich.

Neben der Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen bei uns und weltweit kommen in der neuen Verfassung auch die anderen Religionen in den Blick. Im Dialog mit ihnen, der auch in einer kritischen Auseinandersetzung bestehen kann, geht es letztlich um die gemeinsame Verantwortung für die eine Welt.
Ein besonderes Gewicht kommt dabei dem Respekt gegenüber dem Judentum zu: im Wissen um die historische Schuld der Kirche sucht die Kirche nach Versöhnung und tritt jeder Form von Judenfeindlichkeit entschieden entgegen.

Insgesamt ist die neue Kirchenverfassung darauf ausgerichtet, dass der Auftrag der Kirche, das Evangelium zu verkündigen, im Mittelpunkt steht. Das kommt im zehnten von insgesamt 87 Artikeln in aller Schlichtheit und Klarheit zum Ausdruck, wenn unsere Kirche als „Einladende Kirche“ beschrieben wird: „Alle Menschen sind eingeladen, das Evangelium zu hören, am kirchlichen Leben teilzunehmen und christliche Gemeinschaft zu erfahren. Nicht Getaufte werden begleitet und zur Taufe ermutigt. Ausgetretene bleiben eingeladen, wieder Mitglied der Kirche zu werden.“

Den ganzen Wortlaut der Kirchenverfassung und Erläuterungen zu den einzelnen Artikeln finden Interessierte unter www.kirchenverfassung2020.de.