Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

„Ohne die Vielfalt wäre die Welt nicht so schön“

25. Oktober 2019
Foto: Mareike Spillner

Besondere Film-Andacht in Hardegsen zum „Jahr der Freiräume“

Gottesdienst mal anders – hieß es am Sonntag in der St. Mauritius-Kirche in Hardegsen. Im Rahmen „Jahr der Freiräume“ fand ein besonderer Gottesdienst statt. Zu Beginn ertönte leise das Lied „Licht in uns“ von Benne, in dem es heißt: „Da ist ein Licht in uns, mach es hell, mach es groß. Wir bringen die Nacht zum Leuchten – mit dem was in uns wohnt...“ Darauf nahm Pastor Bernd Ranke Bezug, als er aus dem 1. Korinther 13 (4-8) zitierte. Anschließend wurde eine große Leinwand zum Altar geschoben und einige Szenen aus „Monsieur Claude und seine Töchter“ gezeigt. Darin geht es um den Umgang mit anderen Kulturen und Lebensgewohnheiten, die plötzlich mit der Heirat der vier Töchter in Form der Schwiegersöhne in der Familie Einzug halten. Da geht es um Straußenfleisch zum Dinner, um einen „angebrachten“ Namen für das Enkelkind, um Araber, Juden und Chinesen – und dazwischen Monsieur Claude und seine „Rassismus verdächtigen Bemerkungen“. Der Vater legt nach und nach seine Vorurteile ab. Er sieht ein, dass seine Kinder ihr eigenes Leben gestalten möchten und auch in ihrer Partnerwahl Freiheit und Toleranz brauchen.
Erst am Vortag hatte Pastor Ranke die kleine Aurelia getauft und betonte wie schon in seiner Taufansprache: „Kinder sind ein Geschenk Gottes – aber nicht unser Besitz. Wir wünschen uns das Beste für sie und geben ihnen viel Liebe, Werte, Orientierung und Zuversicht mit – aber wir müssen auch loslassen.“

Zum Thema „Umgang mit fremden Kulturen und Religionen“ erinnerte der Theologe an die Erfahrungen mit Flüchtlingen: Als vor einigen Jahren zwei Syrern in der Gemeinde Kirchenasyl gewährt wurde, war vieles neu. Von beiden Seiten. Es hieß, Vorbehalte beiseite zu schieben, Nachbarn zu werden, auf einander zuzugehen und sich kennenzulernen. Da wurden Mülltrennung und sparsames Heizen erklärt und andererseits lernte die Gemeinde, wie hoch in Syrien die Familie anerkannt ist. Deshalb war die Freude groß, als auch die Frau mit zwei Kindern aus der Türkei nachkommen durfte. In der Begegnung mit anderen, zunächst Fremden liegt eine Chance. Deshalb solle jeder Einzelne auf Andere zugehen und das Miteinander fördern, rief er auf. Einfach mal offen sein für andere Lebensanschauungen, neugierig sein auf Geschichten, die das Leben schreibt. „Wenn wir die Vielfalt nicht hätten, wäre die Welt nicht so schön“, schloss der Pastor und lud dazu ein, den Überraschungsfilm bei Chips und kalten Getränken in voller Länge anzusehen. Ein Format, das sicher einmal Wiederholung findet.