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Kindergottesdienst

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„Der Mensch bedroht die Schöpfung“

14. November 2019
Reinhard Benhöfer Foto: Christian Dolle

„Der Mensch bedroht die Schöpfung“
Reinhard Benhöfer referierte beim Kirchenkreistag zum Thema Klimawandel



REGION. Die Bewahrung der Schöpfung und damit eine klare Haltung zum Thema Klimawandel ist eine der Aufgaben heutiger Christen. So formuliert es die Hannoversche Landeskirche und so formulierte es auch Umweltreferent Reinhard Benhöfer bei der jüngsten Sitzung des Kirchenkreistages Leine-Solling. Vor dem Gremium aus Delegierten aller Kirchenvorstände sprach er zum einen über die Position der Landessynode, zum anderen über jene Maßnahmen, die auch Kirchenkreise und Gemeinden umsetzen können.

Absolut gesehen gehöre Deutschland nicht zu den größten Klimasündern, begann Benhöfer, pro Kopf gerechnet allerdings schon. Die Klimaziele von Paris verfehlen wir mehr als deutlich und damit bestätigen auch wir den weltweiten Trend, dass die reichen Länder Emissionen verursachen, die armen Länder die Hauptleidtragenden des Wandels sind. Damit, so stellte er fest, tragen wir in jedem Fall große Verantwortung für diese „von Menschen gemachte Bedrohung der Schöpfung Gottes“.

Auch wir sind es, die letztlich Klimaflüchtlinge und einen dramatischen Anstieg der Meeresspiegel produzieren, betonte der Leiter jener Abteilung im Landeskirchenamt, die sich mit Umweltangelegenheiten, Energiemanagement, Klimaschutzkonzepten etc. befasst. Die Landessynode nämlich positionierte sich schon 2007 zu diesen Problemen, um die wir, so Benhöfer, eigentlich seit 50 Jahren wissen.

„Die fossile Industriegesellschaft ist am Ende, wir müssen zu einem nachhaltigen System kommen“, forderte er bzw. fasste er die Aussagen der Synode zusammen. Einfach weitermachen geht nicht mehr, damit laden wir Schuld auf uns. Denn als Christen ist die Bewahrung unsere Aufgabe und dazu zähle auch die stetige Ermahnung der staatlichen Institutionen. Immerhin zeigen die wissenschaftlichen Fakten, dass das Klima auf der Erde seit etwa 10 000 Jahren gleichgeblieben ist, alle größeren Eiszeiten und Erwärmungen habe es vor uns Menschen gegeben, zumal die meisten davon unser Überleben auf diesem Planeten durchaus hätten schwermachen können. Der jetzige eindeutig nachgewiesene Temperaturanstieg sei also auf jeden Fall eine große Gefahr. „Wir sind gehalten, alles zu tun, um das abzuwenden.“

Natürlich gehe es nicht von heute auf morgen, räumte Benhöfer ein, doch es müsse etwas passieren, auch mit Einschränkungen für jeden Einzelnen und gegen eine Industrie, die sich in unserem Land noch gegen jede Veränderung wehrt. „Das größte Problem“, so stellte er heraus, „ist der Reichtum.“ Das gelte global gesehen ebenso wie bei uns, wo im Grunde die einfache Faustformel gelte: je reicher, desto klimaschädlicher.

Bevor Benhöfer dazu aber ethisch oder gar theologisch ausholte, wandte er sich jenen Punkten zu, an denen Gemeinden und Kirchenkreise selbst Maßnahmen ergreifen können. Der erste Schritt sei es immer, die eigenen Emissionen überhaupt zu kennen. Den Löwenanteil machten die Gebäude im Besitz der Kirche aus, hier gelte es, den Energieverbrauch im Auge zu behalten. Dazu gehören energetische Sanierungen, die im kommenden Jahr weiter von der Landeskirche gefördert werden, dazu zählt aber auch, sich von dem einen oder anderen nicht mehr benötigten Gebäude zu trennen, auch wenn das niemand gerne hören wolle.

Viel erreichen lässt sich auch einfach durch bewusstes bzw. reduziertes Heizen in den Kirchen, denn schon ein Grad weniger spare 20 Prozent Energie. Es gelte also, Routinen zu überwinden und durchaus schwere Schritte zu gehen. Doch wir müssten uns als Kirche immer wieder fragen, welche Rolle wir gespielt haben wollen, wenn wir in 30 Jahren auf die heutige Zeit zurückblicken. „Klimaschutz in Kirchen gelingt nur, wenn wir es ernst nehmen“, appellierte Benhöfer an alle Anwesenden, räumte dann aber auch ein: „Gott gibt uns die Hoffnung, dass unser Bemühen gelingen kann und wir nicht dem Untergang geweiht sind.“