Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Tschernobyl-Ferienaktion abgesagt

02. April 2020

Kinder und junge Mütter aus der Region Gomel sind gefährdet

KIRCHENKREIS.
Die Landeskirche Hannovers sagt die 30. Tschernobyl-Ferienaktion aufgrund der Corona-Pandemie ab. Betroffen sind auch 20 Gäste aus Weißrussland, die im Kirchenkreis Leine-Solling zu Gast sein sollten. Unter ihnen sind 13 Kinder, zwei Dolmetscherinnen, vier Eltern sowie eine junge Erwachsene. Ursprünglich sollten sie ab Anfang Juli für vier Wochen Gastfamilien im Kirchenkreis besuchen. Allerdings gehören die Kinder und Mütter, die oft immungeschwächt sind, zur Risikogruppe und sind damit besonders gefährdet.
 „In Gomel hat es schon die ersten Tränen wegen der Absage gegeben“, berichtet Cornelia Jäger, die die Aktion seit 26 Jahren im Kirchenkreis Leine-Solling leitet: „Mir und dem Team war die Ferienaktion immer wichtig, weil wir wissen, dass die Kinder diese Erholungszeit brauchen. Die Verstrahlung ist nicht weg, und die Neuerkrankungen nehmen nicht ab, sondern immer weiter noch zu wie Schilddrüsenkrebs und Leukämie. Zum Teil sind die Kinder auch durch Allergien betroffen“, so Cornlia Jäger.
Seit 1991 lädt die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Kinder aus dem am stärksten von den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe betroffenen Gebiet Gomel zur Erholung nach Niedersachsen ein, insgesamt waren es bisher etwa 30.000 Gäste. Die Kinder leben für vier Wochen in Gastfamilien. Neben dem Kirchenkreis Leine-Solling beteiligen sich noch 14 weitere Kirchenkreise in der hannoverschen Landeskirche an der Aktion. In diesem Jahr sollten insgesamt etwa 430 weißrussische Gäste aus der Region Gomel im Zeitraum vom 3. Juni bis zum 29. Juli 2020 nach Niedersachsen kommen.
„Wir danken allen Eltern, die das Projekt zum Teil seit vielen Jahren unterstützten“, so Superintendent Jan von Lingen: „Es ist erwiesen, dass die Kinder sich bei einem Ferienaufenthalt in Deutschland nicht nur erholen, sondern dass sich auch die Blutwerte verbessern. Aus vielen Besuchen sind sogar nach und nach Freundschaften und Familienverbindungen entstanden. Mütter sind inzwischen zu Gast, die früher als Kinder hier waren und bringen ihre Kinder mit. Wir bedauern die Absage sehr und freuen uns aufs nächste Jahr.“
 „Wir haben diese Entscheidung aus Fürsorge und Verantwortung für die Gesundheit aller Beteiligten getroffen“, betonte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Elisabeth Gülich. „Wir sind aber hoffnungsvoll und überzeugt, dass wir uns im nächsten Jahr wiedersehen werden. Die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen weißrussischen und deutschen Menschen, die in 30 Jahren Miteinander und Füreinander gewachsen sind, sind durch die diesjährige Unterbrechung nicht gefährdet. In Gedanken, Gebeten, Telefonaten und über die sozialen Medien bleiben wir verbunden!“