Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

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Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

In Dons Diner wird gekocht, im Tagestreff verpackt

23. April 2020
Alexandra Kruse, Niklas Köhler und Marco Fries; Fotos: Sebastian Mascher

Warmes Mittagessen für Menschen der Risikogruppe

NORTHEIM.
Der Tagestreff Oase und die Ambulante Hilfe der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten mbH haben mit dem Northeimer Netzwerk „Northeim Hilft“ und dem Inhaber von Dons Diner ein Hilfsangebot initiiert – gemeinsam wird für Hilfsbedürftige Essen im Dons Diner gekocht, im Tagestreff verpackt und anschließend durch ehrenamtliche Fahrer in Northeim verteilt.

Angefangen hat alles kurz nach dem Lock-down, die Beratungs- und Hilfsangebote des Tagestreffs und der Ambulanten Hilfe mussten unter der Pandemie eingeschränkt werden. So durften nur noch Notberatungen und Beratungen per E-Mail und Telefon angeboten werden. Auch das Verpflegungsangebot des Tagestreffs war betroffen. Kein Essen mehr für die Besucher, das gab es noch nie und sorgte nicht nur unter den Besuchern für große Sorge. Auch für Beate Wernicke, Sozialarbeiterin im Tagestreff, war dies eine schwere Situation. So ist das Verpflegungsangebot nicht nur als solches zu verstehen, sondern gilt als Eingangstor in die Hilfe und ermöglicht, so manch unangenehmes Thema bei einem Mittagessen mit den Sozialarbeitern anzusprechen
oder ersten Kontakt ganz ungezwungen aufzubauen.

Auch in der Ambulanten Hilfe waren die Veränderungen deutlich zu spüren. So konnte man den Klienten oftmals neben der eigentlichen Beratung, dem Beantragen von Sozialleistungen oder der Wohnungssuche auch mit einem unbürokratischen Gutschein für die Tafel, einem Essen in der Oase oder einem Lebensmittelgutschein akut helfen. Alexandra Kruse, Sozialarbeiterin in der Ambulanten Hilfe, macht sich hier Sorgen um die zur Risikogruppe zählenden Klienten. Gerade unter den Kontaktbeschränkungen ist es schwer diese adäquat zu versorgen.

Da kam das Angebot von Marco Fries, Inhaber von Dons Diner in Höckelheim, und dem Unterstützungsgebot von „Northeim hilft“ zur richtigen Zeit. So initiierten Beate Wernicke (Tagestreff Oase) und Alexandra Kruse (Ambulante Hilfe) gemeinsam mit den Kollegen vor Ort ein Hilfsangebot für die Risikogruppe unter den Besuchern und Klienten sowie einigen Kunden der Northeimer Tafel.


Seit dem 2. April werden wochentags rund 50 Menschen in Northeim mit frisch gekochtem, warmem Mittagessen versorgt. Ausgeliefert wird dies von ehrenamtlichen Fahrern, die das im Tagestreff verpackte Essen in Warmhalteboxen den Klienten vor die Haustür liefern.
Das Spektrum der belieferten Klienten ist groß – so werden die Bewohner der Notunterkunft ebenso beliefert wie Menschen mit verschiedenen Suchterkrankungen, jene, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören oder die aufgrund von diversen Erkrankungen vorbelastet sind. Dazu kommen Alleinerziehende, Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Essenszubereitung oder Menschen ohne finanzielle Mittel.

Das Essen kommt gut an. Von Frikadellen über vegetarische Gerichte bis Eintopf ist alles dabei. Der Großteil des Klientels ist sehr dankbar, dass sie nun nicht so häufig vor die Tür müssen und sich besser schützen können. Andere sind begeistert über das Essen und andere freuen sich über das nette Lächeln der ehrenamtlichen Auslieferer.

Ermöglicht wird diese Aktion durch Spenden aus dem Netzwerk „Northeim hilft“ und Spendern die über den ersten Zeitungsartikel aufmerksam geworden sind. Es werden aber immer noch Zeit- und Geldspenden benötigt, da noch nicht abzusehen ist, wann alle zur Normalität zurückkehren können und eine Wiedereröffnung möglich ist.

Bisher wird das Essen von Schülern, Studenten und Arbeitnehmern, die durch die Krise freie Zeit dazugewonnen haben und etwas Gutes tun möchten, verteilt. Es werden aber immer neue Fahrer benötigt. Die Fahrer müssen mit ihrem eigenen Kfz fahren, können aber einen Benzinzuschuss bekommen. Wer beim Verteilen und Fahren unterstützen möchte, wendet sich per Mail an a.kruse@diakonie-dwb.de und b.wernicke@diakonie-dwb.de .

Wer finanziell helfen möchte, kann dies mit einer Geldspende an den Tagestreff Oase tun (IBAN DE08 2625 0001 0000 0606 65 Verwendungszweck „Lebensmittelversorgung“). Eine Spendenquittung ist hier natürlich möglich.