Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Corona-Hilfsprojekt geht in die Verlängerung

20. Mai 2020
v.li. Irina Kirsch und Melanie Gottwald, Foto: Beate Wernicke

Tagestreff Oase und die Ambulante Hilfe verteilen weiterhin Mittagessen


NORTHEIM. Seit dem 2. April werden wochentags etwa 50 hilfebedürftige Menschen in Northeim mit frisch gekochtem Mittagessen versorgt.

Die Dankbarkeit und Erleichterung über diese Unterstützung wird den ehrenamtlichen Fahrern, die das Essen ausliefern, an jeder Tür entgegengebracht. Das Feedback bestärkt alle Beteiligten in ihrem Tun. Obgleich auch gerade an den Wohnungstüren deutlich wird, dass die Menschen, neben der Versorgung mit Essen, ein weiteres, mitunter sehr großes, Bedürfnis haben: und zwar nach persönlicher Ansprache. In vielen Fällen ist der Essenslieferant die einzige Person, die die Menschen am Tag sehen und sprechen. Die Fahrer berichten davon, dass mancher bereits ungeduldig am Fenster oder hinter der Wohnungstür wartet. Die Zeit der Übergabe wird meistens für einen Austausch über die neuesten Nachrichten und die aktuellen persönlichen Probleme intensiv genutzt. Da es jedoch für die Auslieferung ein recht enges Zeitfenster gibt, müssen diese Türgespräche kurzgehalten werden. Bei einem größeren Bedarf wird darauf hingewiesen, dass man die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des Tagestreffs Oase und der Ambulanten Hilfe telefonisch erreichen kann und diese sich gerne Zeit nehmen.


Der Corona-Krise steckt ein stetiger Wandel inne. So muss auch das Angebot der Essensversorgung den immer wieder wechselnden Bedingungen angepasst werden. Zum einen darf manch ehrenamtlicher Fahrer seine Tätigkeit in seinem Primärberuf wieder aufnehmen und steht dem Hilfsprojekt jetzt nicht mehr zur Verfügung. Des Weiteren dürfen die Restaurants wieder öffnen und somit auch „Dons Diner“.
Der Tagestreff Oase und die Ambulante Hilfe bedanken sich bei Marco Fries für die Initiierung und tatkräftige Unterstützung des Projekts sowie bei allen ehrenamtlichen Fahrern und wünscht ihnen alles Gute für den Start in die „Normalität“. Herr Fries wird das Hilfsprojekt weiterhin mit seinem Knowhow, wie zum Beispiel Kontakte, Wärmebehälter, Verpackungen und anderem unterstützen.
Seit dem 11. Mai wird das Mittagessen im Tagestreff Oase zubereitet. Aus personellen Gründen ist seitdem eine Belieferung nur montags, dienstags, donnerstags und freitags möglich. „Wie es in den nächsten Wochen weitergeht, steht in den Corona-Sternen“, erklären die Veranstalter. Das Projekt werde in jedem Fall den jeweiligen Verordnungen und Möglichkeiten angepasst.
                                                            
Die „Aktion Mensch“ hat einen Soforthilfe Fond über 40 Millionen Euro ins Leben gerufen. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland, die in der Krise für Menschen mit Behinderungen und sozial schlechter gestellte Menschen da sind. Der Tagestreff Oase und die Ambulante Hilfe Northeim haben einen
Antrag zur Lebensmittelversorgung gestellt und sind sehr dankbar über die nun erfolgte Bewilligung.
Die „Aktion Mensch“ wird das Projekt und ergänzende Hilfen jetzt und über die akute Krise hinaus unterstützen. Beantragt wurden neben der Soforthilfe zur Lebensmittelversorgung für akute Notlagen im Nachgang der Krise Tafel- und Lebensmittelgutscheine sowie Lebensmittelpakete. Unterstützt wird das Projekt auch weiterhin von der Bäckerei Fröchtenicht und dem Fruchthof Northeim GmbH & Co. KG ebenso wie von diversen Firmen und privaten Spendern aus Stadt und Landkreis Northeim.


Wann der Tagestreff Oase seine Türen wieder öffnen kann, ist weiterhin unklar. Auch weil rund 80 Prozent der Besucher zur Risikogruppe gehören. Bis auf weiteres bieten die Oase und die Ambulante Hilfe Beratungen in Notfällen, wie akuter Wohnungslosigkeit, an. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sind zu den üblichen Öffnungszeiten telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Im Tagestreff besteht weiterhin die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen. Die Kleiderkammer kann einzeln und nach Aufforderung durch die Mitarbeiter genutzt werden. Beim Betreten der Einrichtung wird auf einen Mund- und Nasenschutz geachtet und die notwendigen Abstandsregeln eingehalten.
Wie auch bei der Essensauslieferung wird nach nun neun Wochen der Schließung deutlich, dass bei einigen Personen eine akute Vereinsamung droht. Personen mit psychischer Vorbelastung wie Depressionen sind akut gefährdet. Übliche „Kontrollsysteme“ wie der Besuch der Oase fallen weg. Es fällt nicht mehr auf, wenn jemand nicht rausgeht. Dies begünstigt das Abrutschen in die Krankheit.


Sollten weitere Fragen zum Hilfsprojekt oder zur Arbeit des Tagestreffs Oase und der Ambulanten Hilfe bestehen, erfolgt gerne Auskunft per E-Mail an: a.kruse@diakonie-dwb.de oder b.wernicke@diakonie-dwb.de. Wer finanziell helfen möchte, kann dies mit einer Geldspende an den Tagestreff Oase tun (IBAN DE08 2625 0001 0000 0606 65). Eine Spendenquittung ist hier natürlich möglich.