Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

„Viele Menschen haben mir Türen und Tore geöffnet“

20. August 2020
Julian Knötig
Julian Knötig

Julian Knötig im Interview: Die ersten drei Jahre als Pastor
Im März 2017 wurde Julian Knötig in Hohnstedt durch Landessuperintendent Gorka zum Pastor ordiniert, seitdem ist der Pastor der verbundenen Pfarrstellen der Ev. Luth. Kirchengemeinden St. Martini in Hohnstedt, St. Mauritius in Edesheim, St. Georg in Vogelbeck und Imbshausen-Denkershausen. Am Sonntag, 30. August, findet um 14 Uhr in einem Klappstuhl- und Picknick-Gottesdienst sein Einführungsgottesdienst in Hohnstedt statt. Ein Blick zurück.
„Wie haben Sie die vergangenen drei Jahre erlebt?“
Julian Knötig: „Ich habe hier Menschen gefunden, die sich um ihre Kirche in ihren Dörfern bemühen, denen der Glaube an Christus wichtig ist, die gern an den Kasualien teilnehmen und sich gern über dies und das Unterhalten – oder freundlich im Vorbeifahren winken.
Ich wollte immer Dorfpfarrer werden – und bin Dörferpastor geworden – und bin dafür unendlich dankbar. Zuerst unserem Herrn und Gott, dann meiner Familie und den Freunden und schließlich den vielen Menschen, die mir ihre Türen und Herzen geöffnet haben, immer ganz selbstverständlich.“
„Was waren Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?“
„Das ist schwer zu benennen – ich würde sagen: Bauen. Zum einen: Gemeinde bauen durch Seelsorge und Predigt, durch Begleitung in allen Lebenslagen. Ich durfte viele Kinder taufen, Jugendliche konfirmieren und Trauungen halten, was sehr viel Freude macht, denn es sind die wunderbaren Höhepunkte des Lebens. Ich durfte auch Vielen beim Abschied beistehen und die Hoffnung auf die Auferstehung weitersagen, auf die wir als Christen – Gott sei Dank! – vertrauen dürfen.
Mir ist Gemeinschaft in unseren Dörfern wichtig – und die Menschen hier in den Orten haben mich – auch dafür bin ich unendlich dankbar – hier angenommen und aufgenommen. Unzählige Gespräche prägen mich und meine Arbeit. Und das beim Einkaufen, beim Spazierengehen, an der Würstchenbude bei den Versammlungen der Vereine oder an der Bar bei den Festen mit den Menschen, die in unseren Orten wohnen und sie lebens- und liebenswert machen. Ich mag den Fasching und bin gern bei den Veranstaltungen in den Dörfern dabei, sofern es meine Zeit zulässt. Zur Sitzung schicke ich in Imbshausen regelmäßig „Tante Erna“ in die Bütt.
Feste sind mir wichtig, weil (wie ich hier erfahren durfte) auch gern mal gefeiert wird und Menschen sich gern treffen. Beim Brunnenfest durften wir zwei Busse aus Heilgersdorf begrüßen und ich freue mich auf den Gegenbesuch, auch wenn der noch auf sich warten lässt. Gemeinsam feiern und in Schönem und Schweren zusammenstehen, das baut Gemeinschaft und macht christliche Gemeinde aus.
Außerdem bauen wir überall fleißig. Immer gibt es was zu machen an den fünf Kapellen auf unseren Friedhöfen, sechs Kirchen, vier Gemeindehäusern.“
„Wie geht in mit Gemeindearbeit in Corona-Zeiten weiter?“
Julian Knötig: „Ja, und dann kam Corona… Alles hatte Pause. Ich habe jeden Tag in einer meiner sechs schönen Kirchen gebetet, solange der Lockdown war. Wir hatten Andachten per WhatsApp und zu Ostern mit der Kirchengemeinde Langenholtensen einen Online-Gottesdienst. Außerdem haben wir viele Briefe verschickt.
Es war und ist eine harte Zeit. Die Nähe fehlt, aber es finden – mit Abstand – wieder gute Gespräche und Gottesdienste statt. Wir versuchen alles draußen möglich zu machen, was nur geht, Wege zu finden und gut und mit Bedacht weiterhin Gottes Liebe für alle weiterzusagen.“
Interview: Mareike Spillner