Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Mehr Digitalisierung, weniger Kirchensteuern

01. Oktober 2020
Foto: Jan von Lingen

Kirchenkreissynode Leine-Solling: Weihnachten mit „Wenns und Abers“

Die Digitalisierung ist für die Kirche momentan ein großes Thema, stellte Superintendentin Stephanie von Lingen bei der Sitzung der Kirchenkreissynode in der vergangenen Woche in Einbeck fest. Das sagte sie nicht nur, weil es die erste hybride Sitzung des Gremiums war, sprich einige Mitglieder digital zugeschaltet waren, sondern vor allem im Rückblick auf die vergangenen Monate, die den Gemeinden einige kreative Ideen abverlangt hatten.

Vieles, so stellte sie fest, wurde sehr gut angenommen, wird also auch „nach Corona“ weiterhin Bestand haben, beispielsweise habe die Jugendkirche die Erfahrung gemacht, dass auch ein Live-Chat als Gemeinschaft wahrgenommen werden kann. Da aber nicht jeder Gottesdienst per YouTube übertragen mag etc. und das auch ohnehin nicht sinnvoll wäre, wird der Kirchenkreis Leine-Solling an einem digitalen Konzept für Social Media arbeiten müssen.

Trotz der außergewöhnlichen und für manche futuristisch anmutenden Umstände hatte die Kirchenkreissynode sich aber auch mit ganz klassischen Themen zu befassen. Dazu zählt in jedem Falle Weihnachten, denn das Fest steht schon fast wieder vor der Tür. Zumindest wird es Zeit, sich mit den Planungen zu befassen, da nun einmal nicht klar ist, ob – bildlich gesprochen – die Tür denn überhaupt für alle geöffnet werden darf.
Superintendent Jan von Lingen regte die Gemeinden an, sich Gedanken zu machen, wie Weihnachten gefeiert werden kann, wenn Festgottesdienste aufgrund der Hygienevorschriften nicht möglich sind. Vorstellbar seien vielleicht kürzere Gottesdienste im Freien, eine Öffnung der Kirchen mit einzelnen Stationen im Innenraum, eventuell eine Liveübertragung nach draußen und vieles mehr. „Wir fahren auf Sicht“, stellte er fest, noch gibt es viele „Wenns und Abers“, auf jeden Fall aber wird es etliche Auflagen geben, die natürlich einzuhalten sind.

Weiterhin stand die Haushaltsplanung auf der Tagesordnung, die künftig zwar für jedes Jahr, aber eben in zweijährigem Rhythmus gemacht werden soll. Ein Beschluss hierzu wurde einstimmig angenommen. Ebenso votierten die Mitglieder für eine geänderte bzw. angepasste Geschäftsordnung. Die Änderungen beziehen sich im Wesentlichen darauf, dass es jetzt Kirchenkreissynode und nicht mehr Kirchenkreistag heißt und Kirchenamt statt Kirchenkreisamt.

Im Bericht aus dem Finanzausschuss erläuterte der Vorsitzende, Pastor Martin Giering, den Kirchensteuereinbruch in der Coronazeit, der in den nächsten Jahren Mindereinnahmen von 10 bis 15 Prozent für die Landeskirche nach sich zieht. Das bedeutet für den Kirchenkreis zunächst einmal, dass es im Moment wenig Sinn mache, einen Haushaltsplan aufzustellen, da die Zuweisungen der Landeskirche eben ungewiss seien.

Das könnte Einsparungen notwendig machen, inwieweit es die Kirchengemeinden tatsächlich betrifft, wird sich erst noch zeigen. Doch zu viel Panik wollte Giering nicht verbreiten, da im Kirchenkreis Überschüsse eines Haushaltsjahres in den Strukturanpassungsfond überführt werden und dieser somit sozusagen als Puffer einiges abfangen kann. Problematischer sei, dass in den kommenden Jahren auch der demografisch bedingte Gemeindegliederschwund zu Buche schlägt.


 

Foto: Christian Dolle

Stephanie von Lingen ging im Ephoralbericht auf einige weitere Punkte ein, so hielt sie beispielsweise fest, dass Chöre im Augenblick noch nicht wieder auftreten dürfen, wohl aber können die Konfi-Tage durchgeführt werden. Ebenso haben alle Beratungsstellen im Kirchenkreis wieder geöffnet. Das kirchliche Leben ist also weiterhin in vielen Punkten eingeschränkt, in anderen jedoch gibt es Wege, um zur Normalität zurückzukehren. Außerdem berichtete sie von der Visitation in der Region Uslar, wo sich unter anderem zwischen Bodenfelde und Wahmbeck die „Jerry-Cotton-Eisenbahnbrücke“ befindet, auf der 1967 Szenen eines Jerry-Cotton-Films gedreht wurden. Cineasten riet sie, diese unbedingt noch einmal zu besuchen, da sie inzwischen baufällig ist und demnächst abgerissen werden soll.
(FILMAUSSCHNITT: https://www.youtube.com/watch?v=4dw0cjqZcqM)