Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Northeimer Konfirmandenunterricht auf dem Prüfstand

15. Oktober 2020
Foto: privat

240 Eltern und Konfirmanden sowie Teamer und Kirchengemeinden wurden befragt

Seit 2018 ist der Konfirmandenunterricht in der Region Northeim neu organisiert. Er wird zentral in der Jugendkirche Corvinus durchgeführt und steht unter dem Motto „Jugend leitet Jugend“, wird also von jugendlichen Teamern und Teamerinnen organisiert. Mit dabei sind die Kirchengemeinden Sudershausen, Bühle, Sudheim, Hillerse, Höckelheim, Apostel Northeim, Hohnstedt, Vogelbeck, Edesheim, Imbshausen-Denkershausen, Corvinus Northeim, Langenholtensen, Michaelis im Rhumetal und St. Sixti Northeim.

Drei Jahre lang soll das Modell erprobt werden, so dass nun eine erste Evaluation erfolgte, um das Für und Wider zu dokumentieren. Superintendentin Stephanie von Lingen, Pastor Dr. Jens Gillner und Jugenddiakon Jan Mönnich waren sehr gespannt auf die Ergebnisse, denn die wurden, begleitet von Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt von der Hochschule Magdeburg-Stendal, wissenschaftlich und detailliert erhoben. Wie aussagekräftig diese ersten Ergebnisse sind, zeigt beispielsweise die hohe Quote der Antworten selbst ehemaliger Konfirmanden und Eltern.

Ebenso positiv kommt das Zwischenergebnis daher, das deutlich zeigt, wie gut das Modell von den Jugendlichen, aber auch ihren Eltern angenommen wird. Eine Durchschnittsnote von 2,7 und die Aussage vieler, dass sie sich durch den jugendgerechten Unterricht der Kirche und dem Glauben besser verbunden fühlen als zuvor, sprechen eine deutliche Sprache.

Befragt wurden jedoch bislang nicht nur etwa 240 Konfirmanden und ihre Eltern, sondern auch die 18 Teamer, die Pastoren und Pastorinnen der beteiligten Gemeinden und die Kirchenvorstände. Positiv beurteilt wurde unter anderem die Nähe zu den noch jugendlichen (doch selbstverständlich von den Hauptamtlichen angeleiteten) Teamern sowie die klaren Strukturen mit arbeitsintensiven Unterrichtssamstagen, gemeinsamen Freizeiten, Seminaren etc., wobei die für einige eventuell längeren Anfahrtswege kein Problem darzustellen schienen. Ein wenig Sorge äußern jedoch einige Kirchenvorstandsmitglieder, dass durch die zentrale Organisation des Konfirmandenunterrichts die Gemeinschaft innerhalb der Ortsgemeinde leide. Auch sehen manche die Gruppengrößen eher kritisch.

An Punkten wie diesen könne jedoch nachgebessert werden, meinen Stephanie von Lingen, Jens Gillner und Jan Mönnich. Genau das sei ja schließlich das Ziel einer solchen Evaluation. Es sei sehr erfreulich, dass das Gesamtergebnis sehr viel positiver ausfällt, als sie es erwartet haben, doch ist ihnen durchaus bewusst, dass manches noch angepasst werden müssen. So werde bereits jetzt großen Wert gelegt auf Projektangebote in den Ortsgemeinden der Konfirmanden.

Wie und wann jedoch weitere neue Akzente gesetzt werden können, ist derzeit leider ungewiss, denn erst einmal hat die Corona-Pandemie dem gesamten Modell einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. Großgruppen und zentraler Unterricht sind derzeit nicht möglich, doch das sollte die Bewertung nicht beeinflussen. Grundsätzlich seien die Ergebnisse ein klares Zeichen dafür, dass das Konzept „Jugend unterrichtet Jugend“ aufgehe und Kirche in Sachen regionale Zusammenarbeit Vorreiter sein kann, meinen sie. Eventuell wird hier gerade etwas untersucht, was sich in gewisser Weise auch auf weitere Arbeitsfelder der Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden übertragen ließe. Doch das wird sich wohl erst in den kommenden Jahren zeigen.