Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Dank in Corona-Zeiten?

29. Oktober 2020
Erntedank Sudheim, Foto: Privat

Pastoren des Kirchenkreises über Erntedank und Dankbarkeit trotz Corona

KIRCHENKREIS.
Der Monat Oktober ist kirchlich geprägt vom Erntedankfest, das auch in der Coronazeit viele Gemeinden im Kirchenkreis Leine-Solling gefeiert haben. Es steht für den Dank für die Ernte, das Teilen und die Nächstenliebe. Einige Pastoren wurden befragt, wofür sie - auch oder gerade oder trotz Corona – in diesen Zeiten dankbar sind:

Pastor Dr. Michael Emmendörffer, Pfarramt Sudheim-Hillerse: „In unseren drei Dorfgemeinden südlich von Northeim konnten wir auch in diesem Jahr, wenn auch unter besonderen Bedingungen, Erntedank feiern. Da die St. Martin Kapelle in Elvese wegen der geltenden Hygienebestimmungen nicht benutzt werden konnte, erfolgte der Umzug in das Dorfgemeinschaftshaus. Es war der erste Gottesdienst nach langer Zeit. Der Altarbereich war hier, wie auch in den anderen beiden Kirchen in Hillerse und Sudheim mit allen Gaben vom Feld und aus den Gärten geschmückt. Die Gemeinden und ich waren dankbar, dass wir in dem Ausweichquartier Gottesdienst feiern konnten. Wichtig war es, auch in dieser Zeit zusammenzukommen und zu beten und zu danken. Dank für die Ernte, die auf den umliegenden Feldern eingebracht worden ist. Dank auch für die eigene Gesundheit, das Erleben der Natur dort draußen und all dessen, was wir in unserem persönlichen Leben als „Ernte“ einbringen können, gerade auch in diesem Jahr 2020. Die Gemeinden und auch die kirchliche Kita in Sudheim hatten vieles an Erntegaben und Geldspenden gesammelt, was der Tafel in Northeim überreicht werden konnte.  Die Spendenbereitschaft bei den Eltern der Kita und in den Gemeinden war enorm, so, dass wir alle etwas von unserer Ernte und den Gaben dieser besonderen Einrichtung übergeben konnten.“

Pastor Max Apel, St. Johannis Uslar: „Im April bin ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Marathon gelaufen. Da war das öffentliche Leben in Deutschland gerade heruntergefahren. Meine Laufstrecke habe ich selbst geplant. 42,2 km durch den Göttinger Stadtwald und das Leinetal. 700 Höhenmeter waren auch dabei. Wunderbare Natur, Frühlingsschöpfung. Danke, Gott.
Ich bin dankbar dafür, dass ich während der gesamten Corona-Zeit draußen sein durfte. Sonst hätte ich den Lockdown vermutlich nicht ausgehalten. Ich bin für das gute Krisenmanagement in Deutschland und für die Beratung durch die wissenschaftliche Virologie und Epidemiologie dankbar. An COVID-19 ist nichts schönzureden. Deshalb kann ich keinesfalls dankbar wegen Corona sein. Allenfalls dankbar trotz Corona.“
Pastor Robert Voss, Kirchengemeinden Lüthorst und Emmaus Dassel, Bereich Sievershausen: „Seit dem Ende der Sommerferien nehme ich unter uns eine gesteigerte Erwartungshaltung gegenüber dem öffentlichen Leben und einen wieder stärker werdenden Sozialdruck im privaten Bereich war. Deswegen bin ich im Moment dankbar für jedes Lästern hinter dem Rücken, das nicht passiert; für jeden Zuspruch vor dem Anspruch; für jede Toleranz statt eines „stell dich nicht so an!“; für jede sachliche Diskussion anstelle eines Pauschalurteils; für jedes Miteinander statt Gegeneinander; für Jede und Jeden, der die aktuelle Situation und die persönlichen Sicherheitsbedürfnisse der Menschen um sich herum ernst nimmt; für alle, die nicht nur an sich selbst denken. So stelle ich mir Nächstenliebe vor!“
Pastorin Susanne Barth, Apostelkirche Northeim: „Dankbar bin ich in diesem Corona-Jahr dafür, dass wir trotz der Pandemie und allen Einschränkungen keine Not gelitten haben. Auch in den Wochen des sogenannten Lockdowns konnte ich täglich leckeres Brot und herrlich duftende Brötchen beim Bäcker kaufen. Was für ein Segen!“
Anne Schrader, Jugendkirchenpastorin und Pastorin der Kirchengemeinde Einbeck: „Die letzten Wochen und Monate zehren an meinen Nerven. Ich merke, dass meine Kräfte schneller aufgebraucht sind. Und trotzdem - vielleicht Corona zum Trotz - bin ich dankbar. Dankbarkeit ist nämlich der gemeinsame Nenner von ganz großen Zählern: Trauer und Glück. 
Wenn ich traurig bin, dass ich mich nicht mit meinen Lieben treffen kann, spüre ich Dankbarkeit, weil ich genau weiß, was ich verpasse. Erinnerungen an viele schöne gemeinsame Feste und Erlebnisse kommen in mir hoch.
Wenn ich glücklich bin, dass ich auf dem Land wohne und spazieren gehen kann, spüre ich Dankbarkeit, weil ich genau weiß, dass es Vielen anders geht.
So begleitet mich eine tiefe Dankbarkeit in diesen Zeiten, durch Trauer und durch Glück hindurch, und schenkt mir so Hoffnung. 
Danke dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. (1 Chronik 16,34).“