Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Kindergottesdienst

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Foto: Jan von Lingen

Ewigkeitssonntag oder Totensonntag?

19. November 2020
Licht leuchtet im Kreuz auf: Fenster in der Apostelkirche in Northeim, Foto: Jan von Lingen

Warum ein Sonntag zwei Namen hat
von Jan von Lingen


Heißt der kommende Sonntag „Ewigkeitssonntag" oder „Totensonntag"? Die unterschiedlichen Namen stiften tatsächlich etwas Verwirrung. Gemeint ist aber derselbe Sonntag. Es ist der Sonntag, an dem in den Kirchengemeinden an die Verstorbenen erinnert wird. Eingeführt wurde der Feiertag von dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. im Jahr 1816 zum „Gedächtnis der Entschlafenen“, wie es damals hieß. An diesem Tag besuchen viele Menschen die Grabstellen Angehöriger. In vielen Gemeinden werden im Gottesdienst die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres verlesen, das ist oft sehr bewegend und traurig. Besonders in diesem Jahr, in dem Trauerfeiern oft nur in kleinem Kreis möglich waren.

 „Totensonntag", sagt der Volksmund. Der kirchliche Kalender nennt diesen Sonntag bewusst anders: „Ewigkeitssonntag". Der Kirchenkalender macht auf diese Weise deutlich: Es geht nicht nur um den Tod. Der Glaube will über den Tod hinausblicken und die große christliche Hoffnung ins Blickfeld rücken: Himmel, Auferstehung, Ewigkeit. Der Name „Ewigkeitssonntag“ hält fest, dass es „hinter dem Horizont" noch weitergeht, auch wenn wir das nicht sehen können...

Totensonntag – Ewigkeitssonntag: Zwei Namen für einen kirchlichen Gedenktag. Sie sind wie zwei Seiten einer Medaille. Wir können den Tag drehen und wenden wie eine Münze in der Hand: Tod – Ewigkeit. Ewigkeit – Tod. Was liegt uns näher?

Sicher hat das mit dem eigenen Glauben, aber auch mit persönlichen Trauererfahrungen zu tun: Mancher Tod eines alten Menschen war eine Erlösung und so natürlich wie ein Gang über den Hof. Andere Verstorbene wurden in den besten Jahren aus dem Leben gerissen und stürzten Angehörige ins Bodenlose. Was ist der Tod? „Der größte Feind", schreibt Paulus einmal. Und an anderer Stelle widerspricht er sich selbst und schreibt: „Ein Siegeslauf“!

Ewigkeitssonntag will deutlich machen: Der Tod ist das letzte große Geheimnis. Und dieses lüftet nach christlichem Verständnis nur Gott. Über ihn wird in Psalm 139 gesagt: „Finsternis ist nicht finster bei Dir, Gott. Und die Nacht leuchtet wie der Tag." Am Ewigkeitssonntag werden in einigen Kirchen nicht nur die Namen der Verstorbenen verlesen, sondern für sie auch Kerzen entzündet. Denn wer sagt, dass am Ende alles dunkel ist?

Ewigkeitssonntag ist übrigens der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Am Sonntag darauf beginnt das neue Kirchenjahr mit dem 1. Advent. Etwas Neues beginnt.