Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Kreativ handeln, langfristig planen

19. November 2020

Kirchenkreis tagte per Video
Ohne technische Probleme startete die Kirchenkreissynode des Kirchenkreises Leine-Solling in eine rein digitale Sitzung. Gut so, denn laut Tagesordnung gab es einiges abzuarbeiten. Vor allem ging es dabei um die Planungen für die kommenden Jahre. Der Stellenplan für die Jahre 2023 bis 2028 muss bis Ende nächsten Jahres erarbeitet sein, zudem sollen Handlungsfelder für die kirchlichen Angebote auf den Weg gebracht werden. Als besonders aktuelles Thema sollte darüber hinaus über eine Resolution gegen das Planungsverfahren für das Zwischenlager für Atomabfälle in Würgassen diskutiert werden.

Hierfür hatten sich insbesondere die Gemeinden der Region Uslar deutlich ausgesprochen. Die Abfallprodukte sollen auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen im Kreis Höxter gelagert werden. Die Transportwege führen durch den Kirchenkreis Leine-Solling. Da sich auch schon Bürgerinitiativen, Stadträte und der Northeimer Kreistag mit dem Thema befasst haben, gibt es bereits eine Resolution, so dass der Vorschlag aufkam, sich dieser anzuschließen. Hauptkritik ist, dass das Verfahren intransparent verlaufen sei und deswegen das Planungsverfahren gestoppt werden müsse.

In der Diskussion der mehr als 50 Teilnehmenden der Videokonferenz ergab sich schließlich die Mehrheitsmeinung, es sei durchaus sinnvoll, einen eigenen Text mit eigenen Argumenten zu verfassen. Das jedoch müsse jetzt schnell gehen, mahnte Superintendentin Stephanie von Lingen und bat darum, über eine entsprechende Vorlage dann seitens der Kirchenkreissynode per Umlaufbeschluss in dieser Woche möglichst umgehend abzustimmen, um diese ans Bundesumweltministerium und die niedersächsische Landesregierung weiterzuleiten. Der Kirchenkreisvorstand wurde daraufhin beauftragt, den Text in Zusammenarbeit mit den Gemeinden der Region Uslar zu erarbeiten.

Wenn es darauf ankommt, kann Kirche ja durchaus schnell und problemorientiert handeln. Das haben viele Gemeinden auch in den vergangenen Monaten immer wieder bewiesen, indem sie auf Grundlage der geltenden Kontaktbeschränkungen viele unkonventionelle Projekte ins Leben gerufen haben. So konnte die schwere und lähmende Corona-Zeit einigermaßen aufgefangen werden. Dafür dankte die Superintendentin in ihrem Bericht, in dem sie einige Beispiele für kreative Ideen in Erinnerung rief. Auch für das bevorstehende Weihnachtsfest werden die Ehren- und Hauptamtlichen in den Gemeinden wohl noch einmal kreativ gefordert sein.

Deutlich mehr Zeit hat die Erarbeitung des Stellenplans für den Kirchenkreis Leine-Solling, der ab 2023 gelten soll. Künftig sei mit Einsparungen zu rechnen, zusätzlich sei Corona ein Unsicherheitsfaktor, machte Kirchenamtsleiter Karl-Heinz Himstedt deutlich. So sei es im Moment kaum möglich, ganz konkret über die künftige Finanzlage der Landeskirche Auskunft zu geben. Sicher sei, dass sich die Durchschnittskosten für Löhne und Gehälter erhöhen werden.

Für den neuen Planungszeitraum sollen zunächst sogenannte „Handlungsfelder“ entwickelt werden, erläuterte Superintendent Jan von Lingen. Diese waren auch schon Grundlage für den jetzt geltenden Stellenplan. Die inhaltliche Schwerpunktsetzung der kirchlichen Arbeit habe sich bewährt, es sei im jetzt laufenden Planungszeitraum viel umgesetzt und erreicht worden. Zu diesen Handlungsfeldern zählen „Verkündigung, Gottesdienst, Seelsorge“, „Kirchenmusik und kirchliche Kulturarbeit“, „Kirchliche Bildungsarbeit“, „Kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“, „Diakonie“, „Kirche im Dialog“, „Gebäudemanagement und Klimaschutz“, „Leitung des Kirchenkreises“ und „Verwaltung“.

Außerdem ist ein weiteres Handlungsfeld als „Joker des Kirchenkreises“ frei zu wählen. Vorgeschlagen für den „Joker des Kirchenkreises“ wurden Themen wie „Digitale Kirche“, „Förderung der regionalen Zusammenarbeit der Gemeinden“ sowie „Zusammenhalt in der Gesellschaft“. Nach längerer Diskussion und Abstimmung wurde der Punkt „Kirche außer Haus“ gewählt, der zum Beispiel innovative Gottesdienstmodelle und auch digitale Angebote beinhaltet. Ziel dieses Handlungsfeldes sei es, neue Kontakte zu suchen und die Gemeindeglieder „jenseits der Kerngemeinde“ anzusprechen.
Die Videokonferenz verlief ohne technische Pannen. Bereits im September hatte eine „Hybrid-Sitzung“ der Kirchenkreissynode stattgefunden, bei der die Hälfte der Teilnehmenden in einem Gemeindesaal, die andere Hälfte per Videokonferenz teilnahm. Diesmal waren 52 Teilnehmende bei der Sitzung zuhause dabei, ergab die Auswertung von Kirchenamtsleiter Karl-Heinz Himstedt: „Die Synode war damit gut beschlussfähig. Es gab diverse Abstimmungen und Diskussionen. Bei Meldungen oder Abstimmungen wurden ausgedruckte Stimmzettel in die Kamera gehalten.“ Auch die Auszählungen waren immer eindeutig. Die Videokonferenz hat ohne Abbrüche gearbeitet, sogar von Dörfern aus dem Solling gab es eine stabile Verbindung. Wahrscheinlich war dies die erste „digitale Kirchenkreissynode der hannoverschen Landeskirche“, so Karl-Heinz Himstedt.