Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Ein Angebot für „spirituelle Touristen“

15. Juli 2021

„Osterweg“ in Fredelsloh bietet mehr als nur Erholung

Kirchenkreis. Im Kirchenkreis Leine-Solling gibt es zahlreiche Pilgerwege. Einer von ihnen ist der „Osterweg“ in Fredelsloh. Der zieht sich durch und um das bekannte Töpferdorf. Ein Faltblatt, das in der Fredelsloher Klosterkirche ausliegt, führt an die verschiedenen Orte, zu denen es eine Geschichte oder ein Video gibt. Eine Karte mit den Texten zu den Stationen zeigt den Weg, der sich auf diese Weise selbständig leicht finden lässt.

„Pilgerwege und offene Kirchen sind Möglichkeiten, Menschen zu erreichen, die mit der Kirche fremdeln“, stellte Pastor Jan Höffker zu Beginn einer Pilgerwanderung mit einer Gruppe fest: Ein Pilgerweg sei besonders interessant „für den spirituellen Touristen, der Sinn sucht im Unterschied zum Flaneur, der lediglich Erholung sucht.“ Ein Pilgerweg bringe „körperliche Bewegung und geistiges Innehalten in Einklang“, meint der Pastor der Kirchengemeinde Leine-Weper.

Foto: Christian Dolle

Sowohl der Weg als solcher wie auch die insgesamt zehn Stationen mache den kurzen Pilgerweg insbesondere für Tagestouristen attraktiv, so Jan Höffker. Der Weg dauert gut zwei Stunden.
 
Eine dieser Stationen ist beispielsweise der Kapellenbrunnen im ältesten Teil des Dorfes. Dort zeigt Jan Höffker jenes Video, in dem er über die Taufe spricht und dazu selbst ins sprudelnde Quellwasser steigt. „Wegen der Kälte hat das beim Drehen schon ein wenig Überwindung gekostet“, gibt er zu, doch manchmal müssen Pastoren eben ihre „Komfortzone“ verlassen, um Menschen in einer medialen Zeit zu erreichen. Die Botschaft der Bibel bleibt ja die gleiche, nur die Form der Verkündung ändert sich. So ist neben den Texten im Faltblatt ein QR-Code abgedruckt. Auf dem Handy können auf diese Weise zu den verschiedenen Stationen Filme angesehen werden.
 

Foto: Christian Dolle

Im Chorraum der Klosterkirche in Fredelsloh ist schließlich ein Labyrinth mit Steinen gelegt. Es ist Symbol für den gewundenen Weg des Lebens und steht für unerwarteten Wendungen, berichtet Höffker. Dieser Weg führe dennoch ans Ziel. Die Teilnehmer der Pilgergruppe ließ es sich nicht nehmen, den schmalen und gewundenen Weg selbst zu durchschreiten.

So ist der Weg durch und um das Töpferdorf Fredelsloh und in der dortigen fast 900 Jahre alten Klosterkirche eine Bereicherung und lohnt sich in doppelter Hinsicht, darüber waren sich die Teilnehmenden des Pilgerweges einig. Einerseits mache es Spaß, die Umgebung so zu entdecken, andererseits ist es eine moderne Form christlicher Verkündigung. Die Spaßgesellschaft der 1990er habe sich gewandelt, sagte Jan Höffker abschließend: „Heute erleben wir auch eine Sinngesellschaft.“ Pilgerwege seien eine Chance – sowohl für die Kirche wie auch für die modernen „Pilger“ des 21. Jahrhunderts.

Text und Fotos: Christian Dolle
ANMERKUNG DER REDAKTION: In lockerer Folge werden im Pressedienst fünf „Pilgerwege“ im Kirchenkreis Leine-Solling vorgestellt. Vergangene Woche wurde bereits über die „Anhaltepunkte“ in Northeim berichtet. Nach diesem ganzjährigen „Osterweg“ (oben) in Fredelsloh folgt demnächst der Pilgerweg Loccum-Volkenroda, der den Kirchenkreis streift. Anschließend ist ein Bericht über den „Via Scandinavica“ des Jakobsweges zwischen Flensburg und dem Bodensee zu lesen, der an Northeim vorbeiführt. Zum Abschluss folgen Berichte über die digitalen Pilgerwege bei „Actionbound" sowie ein Bericht über das Pilgerzimmer in Schönhagen.