Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

„Standpunkte“ gegen sogenannte „Spaziergänge“

13. Januar 2022

Aktionsbündnis aus Stadt, Landkreis und Kirche wurde in Northeim aktiv


Northeim.
Unter dem Motto „STANDPUNKT gegen ´Spaziergänge´“ gab es am Montag, 10. Januar, eine Aktion Northeimer Bürgerinnen und Bürger gegen rund 120 Teilnehmende der sogenannten „Spaziergänge“. Initiatoren waren die Stadt Northeim, der Landkreis Northeim, das Northeimer Bündnis gegen Rechtextremismus, die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Northeim sowie der Kirchenkreis Leine-Solling. 
14 Personen nahmen an einer Aktion während des sogenannten „Spaziergangs“ teil. Bei der kleinen Versammlung am Mahnmal abends kam es zu mehreren Dialogen mit Teilnehmenden des Demonstrationszugs.
Da am Montag zuvor der sogenannte „Spaziergang“ am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus am Entenmarkt endete, wurden Northeimer Bürgerinnen und Bürger außerdem gebeten, am Mahnmal tagsüber einen Stein oder eine Blume abzulegen, um deutlich zu machen: „Bis hierher und nicht weiter" sowie „Achtet die Würde dieses Ortes".
Auslöser der gemeinsamen Aktion von Stadt, Landkreis, Bündnissen und Kirche war eine Demonstration am Montag, 4. Januar.  Laut Aussage der Polizei hatten rund 100 Personen an einem sogenannten „Spaziergang" teilgenommen, der auch am Entenmarkt vorbeiführte. Die Versammlung war nicht angemeldet. Laut Polizeibericht musste mindestens die Hälfte der Teilnehmenden wiederholt durch die Beamten an Abstands- und Maskenpflicht erinnert werden. Die Aktion endete am Entenmarkt, wo sich das Mahnmal für die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Northeims befindet.
Bürgermeister Simon Hartmann, der selber teilnahm, begrüßte die angemeldete Gegenaktion am vergangenen Montag Gedenkstein: „Ich begrüße die Aktion ´Standpunkte´ verschiedener Institutionen, die für ein friedliches, solidarisches und tolerantes Miteinander werben und dafür sichtbar eintreten. Ich bin sehr froh, dass eine große Mehrheit dazu eine sehr klare Haltung hat. Unsere Demokratie lebt von vielfältigen Standpunkten und Meinungen, die selbstverständlich geäußert werden dürfen. Aber dies muss unter der Beachtung der Regeln erfolgen, die für alle gelten.“
Auch Polizeidirektorin Maren Jäschke, Leiterin der Polizeiinspektion Northeim, äußerte sich positiv: „Mit dieser symbolischen Aktion und der kleinen angemeldeten Versammlung zeigt die „Northeimer Bürger*innenaktion“ eindrucksvoll ihren Standpunkt. Diese Art der Inanspruchnahme der Versammlungsfreiheit begrüße ich sehr.“
Bundesweit ist zu beobachten, dass mehr Menschen sich – zunehmend professionell organisiert – auf sogenannten „Spaziergängen“ gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen wenden. Auch Rechtsextreme versuchen, so die Veranstalter von „STANDPUNKT gegen ´Spaziergänger´“, das Gefühl der Hilflosigkeit und Angst in Zeiten der Pandemie für sich zu nutzen und knüpfen an dieser Bewegung an.
„Wir wollen auf die Gefahr aufmerksam machen, die von extremen Gruppierungen ausgehen kann, die solche Protestformen nutzen und missbrauchen – das hat sich bundesweit in den vergangenen Wochen gezeigt. Als Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Northeim setzen wir uns ein für Meinungsvielfalt und Diversität – aber auch für Solidarität, die besonders in Pandemiezeiten gefragt ist – und unterstützen daher die Aktion „STANDPUNKTE“, so Anna Schäfer, Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Northeim.
An zentralen Orten wie Münsterplatz, Marktplatz und Entenmarkt sowie in einigen Geschäften waren außerdem Plakate mit „STANDPUNKTEN gegen ´Spaziergänge´ " zu sehen mit Aufschriften wie: „Wir respektieren demokratische Entscheidungen", „Wir achten Corona-Regeln" und „Wir schützen Schwächere".