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Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Kindergottesdienst

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Foto: Jan von Lingen

„Ein letzter Grund, auf den ich immer immer bauen kann“

10. März 2022
Martin Kratochwill, Foto: privat

Interview mit Martin Kratochwill, der seinen Probedienst in Lüthorst/Dassel absolviert

Lüthorst/Dassel. Martin Kratochwill, der zusammen mit seiner kleinen Familie aus Himmelpforten bei Stade in den Kirchenkreis Leine-Solling zog, startete vergangene Woche seinen Probedienst mit einer vollen Stelle als Pastor auf der Pfarrstelle II Lüthorst/Emmaus-Dassel Sievershausen. In etwa einem Jahr übernimmt voraussichtlich seine Frau Viktoria Kratochwill die Pfarrstelle, die zurzeit in Elternzeit ist – und Martin Kratochwill geht für ein halbes Jahr in Elternzeit. Im Anschluss teilen sich die beiden die Stelle. So jedenfalls der Plan. Familie und Pastorendienst lassen sich demnach gut miteinander verbinden.
Martin Kratochwill ist in Göttingen geboren und in Alfeld an der Leine aufgewachsen. Studiert hat er hauptsächlich in Göttingen und kurz in Heidelberg, es schloss sich sein Vikariat in Himmelpforten bei Stade an. Die Ordination von Martin Kratochwill findet am Samstag, 9. April, um 15 Uhr in Lüthorst statt.

Was bedeutet Ihnen Ihr Glaube?

Martin Kratochwill: Keine leichte Frage. Der Glaube ist für mich so etwas wie ein letzter Grund, auf den ich immer bauen kann. Etwas auf das ich vertrauen kann. Nicht irgendetwas, dass immer mal wiederkommt und dann wieder geht, sondern eine Konstante. Kein Kitsch oder romantische Vorstellung. Vielmehr ist der Glaube das, was mich im Leben trägt – im Guten wie im Schlechten.

Wann und wie entstand der Wunsch, Pastor zu werden?

Martin Kratochwill: Der endgültige Wunsch oder Entschluss, Pastor zu werden, ist bei mir wirklich erst im Vikariat entstanden. Sicherlich hat vieles Weitere mit hineingespielt: Ich bin im Pfarrhaus aufgewachsen, habe mich gerne als Jugendlicher in der evangelischen Jugend engagiert und so weiter. Aber der Wunsch Pastor zu werden, der entstand erst im Vikariat. Nachdem das lange (und theorielastige) Theologiestudium abgeschlossen war und ich merken konnte, dass diese ganzen Sachen auch wirklich etwas mit realen Menschen zu tun haben.

Wie möchten Sie Gemeindeleben gestalten?

Martin Kratochwill: Für mich ist es wichtig, das Gemeindeleben überhaupt erstmal richtig kennenzulernen. Nach einem Corona-Vikariat waren meine Möglichkeiten für einen tiefen Einblick in ein Gemeindeleben ja eher sparsam. Ein paar Vorstellungen habe ich aber natürlich schon: Ich möchte gerne ein Pastor werden, der nah bei den Menschen der Gemeinde ist. Mit vielen Gesprächen, Gemeindefeiern und besonderen Gottesdiensten. Ich möchte gerne dazu beitragen, dass Kirche weiterhin Kirche vor Ort sein kann.


Thema Zukunftsprozess: Wie kann „Kirche“ in Zukunft aussehen?

Martin Kratochwill: Wieder keine leichte Frage, besonders nicht für einen Berufseinsteiger. Ich denke, dass sich einiges verändern wird. Da spielen sicherlich Fragen von Regionalisierungen und Schwerpunktsetzungen der verschiedenen Gemeinden eine große Rolle. Vor allem das „nicht über den eigenen Kirchturm hinausgucken“ wird sicherlich nicht mehr lange existieren können. Aus diesem Grund haben wir uns auch zu viert (Heike Sieberns, Lukas Pieper und nach Abschluss ihres Vikariats auch meine Frau Viktoria Kratochwill) dazu entschieden, direkt von Anfang an im Team in einer Region zu arbeiten. Dass es für unseren Probedienst dann die Region Dassel geworden ist, freut uns umso mehr! Denn hier kommen viele dieser nötigen Zukunftsprozesse schon lange zum Tragen.