Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Von der Kirchenbank auf die Kanzel

09. Juni 2022

Zwei Ausbildungswege für Ehrenamtlichen

Um Lektor zu werden muss man an einer kurzen Ausbildung, die einige Wochenenden umfasst, teilnehmen. Diese wird zentral vom Lektorendienst am Michaeliskloster in Hildesheim organisiert. Nach der Ausbildung ist man berechtig, Gottesdienste zu gestalten. Allerdings darf ein Lektor keine eigene Predigt schreiben.

Die Prädikantenausbildung ist sehr viel umfangreicher. Sie geht über etwa anderthalb Jahre. Nach der Ausbildung und einem Gespräch mit der Regionalbischöfin dürfen Prädikantinnen und Prädikanten eigenständig Predigten schreiben und das Abendmahl einsetzen. Voraussetzung für den Prädikantenkurs ist die Ausbildung zum Lektor. Für die Lektorinnen und Prädikanten gibt es ein umfangreiches Fortbildungsangebot auf Kirchenkreis- und Sprengelebene.

Die Zahl der Ehrenamtlichen im Verkündigungsdienst in der hannoverschen Landeskirche liegt bei mehr als 2160 Personen und übersteigt damit die Zahl aller Pastoren von rund 1800, belegte eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD aus dem Jahr 2019. Deutschlandweit stehen mehr als 48.000 solcher Ehrenamtlichen rund 34.000 Pastorinnen und Pastoren gegenüber - dabei sind auch die Pastoren im Ruhestand eingerechnet.

Der ehrenamtliche Verkündigungsdienst entstand in der Notsituation des "Kirchenkampfes" und des Pfarrerinnenmangels im Zweiten Weltkrieg. Mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen hat im Jahr der Befragung 2019 zwischen drei- und zehnmal Gottesdienste gestaltet, ein Siebtel der Lektoren und ein Drittel der Prädikanten sei sogar zehn- bis mehr als zwanzigmal im Einsatz gewesen, heißt es der Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts. Nicht unüblich sei ein mehrmaliger Einsatz an selben Tag.

Zudem sind die Ehrenamtlichen auch häufig an außerkirchlichen Einsatzorten aktiv. Besonders bemerkenswert sei etwa der verbreitete Einsatz von Lektorinnen und Prädikanten in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen.