Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Pastor-kreuzt

Foto: Jan von Lingen

Wort zum Sonntag, EM am 10.02.2018

Ich kann auch anders

 

Meine Eltern benutzten diesen Satz als Drohung, wenn freundliche Worte nicht ausreichten, uns zu einer Verhaltensveränderung zu bewegen. Ich verstehe den Satz eher als Chance: Ich bin nicht festgelegt auf bestimmte Verhaltensmuster. In welcher Schublade ich auch gerade stecke, ich bin mehr als die mir zugeschriebene oder von mir selbst angenommene Rolle. Karneval nutzen viele als Chance, sich für einen Moment aus Alltagsrollen zu befreien: Ich kann auch Prinzessin, Clown, Pippi Langstrumpf oder Held des Universums. Spielerisch probieren wir andere Verhaltensweisen aus. Wie fühlt es sich an, als Pippi durch die Welt zu gehen? Wie wäre es, etwas davon auch im Alltag zu leben? Nach tollen Tagen kehren wir in den Alltag zurück.  Die folgende Passionszeit hält allerdings den Satz: „Ich kann auch anders“ weiter im Bewusstsein. Nun aber als elementare Lebensfrage: Tut die Art und Weise, wie du lebst, dir und anderen gut? Falls nicht: Habe den Mut, den anderen und dir zu zeigen: „Ich kann auch anders“. Ich kann mich mit Jesu Hilfe menschenfreundlich und barmherzig zeigen. Ich kann beherzt eingreifen, wenn Unrecht geschieht. Ich kann laut protestieren, wenn bei rassistischen oder sexistischen Witzen alle anderen lachen oder betreten schweigen. Ich kann mein Alltagsverhalten klimafreundlicher gestalten, auch wenn drohende Umweltkatastrophen von anderen abgewiegelt werden.

Ich kann ausprobieren, wie es sich anfühlt, von Aschermittwoch bis Ostern SIEBEN WOCHEN OHNE zu leben: ohne den ständigen Blick aufs Handy, Leistungsdruck, Perfektionsansprüche oder ungesunde Sucht – und Konsummittel. So sparte ich Zeit und Geld, die ich für Menschen in Not einsetzen kann. In der Passionszeit geht es nicht um Selbstkasteiung. Sie ist eher eine Anfrage: Was versperrt mir den Weg in die Nachfolge Jesu? Was hindert mich, so zu handeln, dass das Leben lebenswert bleibt? Dazu ist viel zu tun. Wir müssen aus der Komfortzone heraus. Die Fastenaktion der evangelischen Kirche heißt in diesem Jahr „Zeig dich – SIEBEN WOCHEN OHNE“. Zeigen wir uns als engagierte, mutige Christenmenschen, die ihr Können für unser Gemeinwohl und die Zukunft unserer Kinder und Enkel einsetzen. Weil wir anders können. 

Pastorin Mingo Albrecht
Pastorin Mingo Albrecht