Premiere des neuen Stücks von Dorothea Speyer-Heise
Northeim. Erwartungsvolle Gesichter in der Corvinus-Kirche in Northeim. Die Premiere des neuen Stückes einer weiteren historischen Frauenfigur von und mit der Pastorin im Ruhestand Dorothea Speyer-Heise wird erwartet. Bevor die Autorin in die Rolle schlüpft, wurden die Gäste vom Kirchenvorstand der Corvinus-Gemeinde und dem Vorstandsvorsitzenden der Hospiz-Stiftung Region Einbeck-Northeim-Uslar herzlich begrüßt und auf den Abend eingestimmt.
Einen Brief richtete die besorgte und bekümmerte Elisabeth an ihren Sohn Erich II., um ihn durch ihren Leibarzt überbringen und verlesen zu lassen. Die 1510 in Brandenburg geborene Prinzessin, die als zweite Frau im Alter von 14 Jahren mit dem 40 Jahre älteren Erich I. von Calenberg-Göttingen vermählt wurde, setzte nach dessen Tod 1540 die Reformation im Herzogtum durch. Unterstützung fand sie dabei von Antonius Corvinus, einem Schüler Martin Luthers, der in ihrem Auftrag die erste Calenberger Kirchenordnung verfasste. In ihrem Brief macht sie ihrem Sohn große Vorwürfe, weil er nach seiner Übernahme der Regentschaft wieder zum katholischen Glauben übergetreten war. Erich II. versuchte die Abkehr vom Protestantismus durchzusetzen und ließ Corvinus inhaftieren.
Vertrieben aus ihrem Schloss in Hannoversch Münden und nach zwei Jahren in Armut in Hannover, zog Elisabeth 1555 nach Ilmenau zu ihrem zweiten Ehemann Graf Poppo von Henneberg, wo sie 1558 starb.
Elisabeth von Calenberg legte nicht nur den Grundstein der Reformation in ihrem Herzogtum, mit dem Erlass einer Kirchen- und Klosterordnung schuf sie auch die Grundlage für die spätere Klosterkammer. In der Klosterordnung bestimmte sie, dass die Erlöse zugunsten von Armen und zur Förderung von Mädchen verwendet werden sollten.
Musikalisch begleitete Christine Kuhr den Abend und schuf die Brücken zwischen den einzelnen Texten, die Dorothea Speyer-Heise mit einer großen Bandbreite von liebevoll und einfühlsam über zornig bis enttäuscht, kraftvoll und überzeugend darbot. Das Publikum dankte mit einem lang anhaltenden Applaus und großzügigen Spenden für die Hospiz-Stiftung für diesen schönen Abend.
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