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Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Kindergottesdienst

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Zwischen Trauer und Tanz

Pressemitteilung 22. Januar 2026
Konzert mit der ukrainischen Band ELBA mahnte zum Frieden in der St. Sixtikirche in Northeim. Foto Harald März

Konzert mit der ukrainischen Band ELBA mahnte zum Frieden

Northeim.
In einer Fernseh-Talentshow feierte die Band ELBA schon große Erfolge, jetzt waren die drei Musikerinnen aus der Ukraine, die in Hamburg leben, in Northeim zu erleben. Am vergangenen Sonntag waren sie – begleitet von ihrer Band – mit mehrstimmigem Gesang und Liedern in ukrainischer Sprache in der St. Sixti-Kirche. „Ihre ukrainischen Lieder haben mich begeistert. Ihre Lieder stehen für Lebensfreude angesichts des mehrjährigen Krieges“, berichtete Organisator Harald März vom Förderverein der Stadthalle. Rund 150 Ukrainerinnen und Ukrainer hatten freien Eintritt. Insgesamt mehr als 250 Besucherinnen und Besucher waren beim Konzert. Zur deutsch-ukrainischen Friedensandacht zuvor kamen rund 100 Menschen. Eingeladen hatte auch der Verein „Ukrainisches Haus“ in Northeim.

Das Konzert von ELBA wurde zu einem großen Erfolg. Neben vielen traurigen und nachdenklichen Passagen kam auch die Lebensfreude nicht zu kurz. So wurde nicht nur geklatscht, sondern am Ende sogar getanzt. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die rund 250 Besucherinnen und Besucher bei den drei Sängerinnen Solomiia, Daria und Olena sowie der Begleitband. Eine Spendenaktion für ein medizinisches Hilfsprojekt ergab im Lauf des Tages eine Kollekte von mehr als 1260 Euro.
„Russland ist ungnädiger als je zuvor. Neue Waffensysteme werden eingesetzt, lebenswichtige Ziele werden angegriffen im dritten Kriegsjahr in der Ukraine“, erinnerte Superintendent Jan von Lingen in der Ansprache der Friedensandacht zum Auftakt des Nachmittags. Besonders bewegend war der Bericht der neunjährigen Daria Liefentseva. Sie erzählte während der Andacht von ihren Erinnerungen an die Flucht: „Meine Tante hatte ein Haus mit einem Keller. Dort konnten wir uns verstecken. Im Keller standen Betten. Einmal gingen wir aus dem Keller und sahen zwei Raketen ganz nah. Ich hatte große Angst. Mama packte wieder unsere Koffer und sagte: `Wir fahren in ein anderes Land`.“ So kam Dascha mit ihrer Mutter Valentina nach Deutschland und lebt nun in dem kleinen Dorf Höckelheim bei Northeim.
Während der Andacht konnten Steine als Symbol für die Sorgen in die Tauschschale abgelegt werden. Außerdem wurden am Friedensleuchter Kerzen entzündet. „Nicht nur trauern wollen wir heute – auch zusammenrücken, einander Mut zusprechen, Kraft schöpfen“, so von Lingen in der Andacht.  Dies gelang an dem Nachmittag, zu dem auch eine gut besuchte Kaffeetafel gehörte, an dem Einheimische und ukrainische Geflüchtete ins Gespräch kamen. Rund 1500 Geflüchtete aus der Ukraine haben im Landkreis Northeim Zuflucht gesucht. Eine Stiftung des Landkreises sowie der Kirchenkreis Leine-Solling förderte die Veranstaltung. 

FILMTIPP
Ein Film über die
Friedensandacht und das Konzert der Gruppe ELBA ist zu sehen bei You-tube. Der Einbecker Filmemacher Eckhard Senger berichtet. Zu sehen ist der Film unter: https://www.youtube.com/watch?v=xoGgrtPTvE4
oder unter dem Suchbegriff „Youtube ukrainisch-deutscher Jahresauftakt in Northeim“.