Neujahrsempfang der Hospiz-Stiftung Region Einbeck-Northeim-Uslar
Region Einbeck-Northeim-Uslar. Beim diesjährigen Neujahrsempfang der Hospiz-Stiftung Region Einbeck-Northeim-Uslar blickte der Vorstandsvorsitzende Dirk Ohlmer auf ein ereignisreiches und bewegendes Jahr 2025 zurück. In seiner Ansprache hob er besonders die Spendenübergabe der Klasse 6.2 der KGS Moringen hervor. Aus dieser Begegnung entwickelte sich ein intensiver Dialog über die Themen Sterben und Trauer, der weit über die geplante Schulstunde hinausging. „Wir können stolz auf diese jungen Menschen und ihr Engagement sein“, betonte Ohlmer. Das Gespräch habe gezeigt, wie offen und interessiert Jugendliche mit den Themen des Lebensendes umgehen können, wenn ihnen Raum und Vertrauen geschenkt werden.
Daneben erinnerte Dirk Ohlmer in seinem Rückblick an zahlreiche kulturelle und musikalische Höhepunkte des vergangenen Jahres. Die musikalischen Andachten mit den talentierten Musikern Konrad Linkmann und Emily Birkert setzten emotionale Akzente und schufen Momente der Besinnung und Gemeinschaft. Ein weiterer Höhepunkt war der erste Auftritt der Berliner Alltagspoeten Friedrich & Wiesenhütter, die mit ihrem Programm das Publikum in Northeim begeisterten und bereits für 2027 eine Rückkehr angekündigt haben. Auch das Ein-Personen-Stück über Katharina von Bora und Martin Luther, eindrucksvoll geschrieben und gespielt von Dorothea Speyer-Heise, fand großen Anklang. Mit Ausdruckskraft und Authentizität brachte sie die historische Figur zum Leben und verband Geschichte mit Gegenwart.
Ein besonderes Dankeschön richtete Ohlmer an Luisa Chanut und Thomas Herold, die mit ihrem Drehorgelspiel beim Einbecker Eulenfest sowie auf den Weihnachtsmärkten in Einbeck und Northeim Spenden für die Stiftung sammelten. Diese Aktionen sowie viele Einzelspenden trugen ebenso wie die großzügige Unterstützung durch die Kreissparkasse Northeim und die Initiative „drive 4ur Community“ von Ford Hermann maßgeblich dazu bei, dass die Stiftung den Ambulanten Hospizdienst Solling-Leine im Jahr 2025 mit über 12.000 Euro fördern konnte. „Diese Summe ist Ausdruck der großen Solidarität und des Vertrauens, das uns in der Region entgegengebracht wird“, so der Vorstandsvorsitzende.
Auch für das Jahr 2026 sind bereits neue Veranstaltungen geplant. Den Auftakt bildet im März eine Lesung mit Ingo Fischer aus seinem Buch „Frau Schuberts letzte Reise“. Damit soll die Tradition fortgesetzt werden, durch kulturelle Begegnungen Spenden zu generieren und gleichzeitig das Thema Hospizarbeit in die Öffentlichkeit zu tragen.
Im weiteren Verlauf des Empfangs stellte Annette Hartmann, Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes Leine-Solling, die Entwicklung und Leistungen des Dienstes seit seinen Anfängen vor. Sie würdigte das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen, die Sterbende und Trauernde begleiten und sich mit großem Einsatz an Aktionen wie dem Weihnachtsmarkt beteiligen. Dort werden jedes Jahr selbstgemachte Marmeladen, Kekse, Strümpfe und andere Handarbeiten verkauft, deren Erlös der Hospizarbeit zugutekommt.
Besondere Anerkennung erhielten in diesem Jahr drei Frauen, die mit ihrem Einsatz beispielhaft für das ehrenamtliche Engagement stehen. Elke Schoppe produzierte allein im Jahr 2025 über 200 Gläser Marmelade, während Ingrid Schütte nach vielen Jahren der Unterstützung nun in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde. Einen herzlichen Applaus erhielt Helga Riedmiller, die über Jahre hinweg liebevoll die Kekse verpackte und damit kleine Kunstwerke schuf. Auch sie verabschiedete sich nun aus ihrem Ehrenamt, erfüllt von Dankbarkeit und dem Respekt, der ihr von allen Anwesenden entgegengebracht wurde.
Zum Abschluss sorgte Dorothea Speyer-Heise, Krankenhauspastorin im Ruhestand, mit einer eindrucksvollen Metapher für einen nachdenklichen Moment. Sie lud die Gäste ein, sich aus einem kleinen Schatzkästchen eine Büroklammer zu nehmen – in unterschiedlichen Formen, Farben und Größen. Der Mensch, so Speyer-Heise, gleiche einer Büroklammer: Er könne Druck aushalten und nach Belastungen wieder in seine ursprüngliche Form zurückfinden. Vor allem aber könne er Verbindungen schaffen und halten – so wie eine Büroklammer mehrere Blätter zusammenhält. „Das ist unsere eigentliche Aufgabe im Leben: Verbindungen zu schaffen und zu bewahren“, schloss sie ihre Worte.
INFO
Die Hospiz-Stiftung Region Einbeck-Northeim-Uslar unterstützt den Ambulanten Hospizdienst Leine-Solling mit seinem vielfältigen Angebot für Menschen in Trauer und auf dem letzten Stück des Lebenswegs. Dazu gehören engagierte Ehrenamtliche und Hauptamtliche, die Schwerkranke, Sterbende und deren Angehörige in Einbeck, Northeim, Uslar und den umliegenden Regionen begleiten. Träger ist die Diakonie des Kirchenkreises Leine-Solling.
Rückblick, Dank und Ausblick: Der Neujahrsempfang der Hospiz-Stiftung Region Einbeck-Northeim-Uslar stand im Zeichen von Engagement, kulturellen Begegnungen und großer Wertschätzung für das Ehrenamt. Foto Hospiz-Stiftung