Requiem und Davide Penitente von Mozart in St. Sixti
Northeim. Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem in D-Moll und das Oratorium Davide Penitente erklangen in dessen 270. Geburtsjahr in St. Sixti in Northeim. Unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Henrik Stark führten die Kantorei gemeinsam mit dem Barockorchester la festa musicale und den Solisten Antonia Strieder (Sopran), Hanna Schäfer (Mezzosopran), Martin Höhler (Tenor) und Simon Wittkowsky (Bass) diese Werke am vergangenen Sonntag auf.
Musik ist Präzision. Gerade, wenn sie für so viele verschiedene Instrumente und Stimmen geschrieben wurde. Fast noch mehr ist Musik aber Emotion, und das wurde an diesem Abend deutlich. Das Requiem, das als eines der größten Werke des Komponisten gilt, ist zugleich auch sein letztes. Er schrieb es im Sterbeprozess, vervollständigt wurde es von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr.
Die Rezeption des Requiems ist geprägt von Legendenbildungen aufgrund der ungewöhnlichen Entstehung als Auftragsarbeit und Hinwendung zur Kirchenmusik und natürlich durch Mozarts frühen Tod. Er habe Tag und Nacht daran gearbeitet und es für seine eigene Totenfeier geschrieben, so hieß es, E. T. A. Hoffmann war begeistert, dass der Komponist hier „sein Inneres aufgeschlossen“ habe und lobte das Requiem als Höhepunkt kirchlicher Musik.
In St. Sixti konnte sich das Publikum dem offenbar anschließen, dem Applaus nach zu urteilen. Der brandete auch nach dem Oratorium auf, das sich natürlich auf den biblischen König David bezieht und speziell in die christliche Fastenzeit passt. Erst kurz vor der Aufführung soll Mozart damit fertig geworden sein, zum Glück hatten die Musiker in St. Sixti etwas mehr Zeit, sich auf diesen großen Konzertabend vorzubereiten. Nicht zuletzt deshalb, weil es bereits am Freitagabend ein Konzert in der Kirche in Gillersheim gegeben hatte.
Klangvolle Präzision und große Emotionen: Unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Henrik Stark führen Kantorei, Barockorchester „la festa musicale“ und Solisten Mozarts Requiem sowie „Davide Penitente“ in St. Sixti in Northeim auf und begeistern das Publikum. Foto: Christian Dolle