Aus der Sitzung der Synode des Kirchenkreises Leine-Solling
Kirchenkreis. Die Arbeit der Perspektiv-AG im Kirchenkreis und der Zukunftsprozess der Landeskirche standen unter anderem auf der Tagesordnung der Kirchenkreissynode Leine-Solling. Über letztere informierte Dr. Christian Brouwer, der aus Hannover nach Einbeck anreiste. Da die Bahn Verspätung hatte, wurde die Perspektiv-AG vorgezogen.
Pastor Dr. Jens Gillner informierte die etwa 50 Synodalen über ein Planspiel, das in der ersten Sitzung durchgeführt worden war. Hier ging es darum, die zukünftige Arbeit des Kirchenkreises zu visualisieren und Handlungsfelder herauszubilden. So theoretisch das klingt, so deutlich machte Jens Gillner auch, dass die Themen immer von Menschen abhängig sind, die in den Gemeinden wirken. Wer kann überhaupt was konkret leisten oder anstoßen? „Wir gucken, wie die Hauptamtlichen von Selbstmachern zu Ermöglichern und die Ehrenamtlichen gestärkt werden“, stellte er heraus.
Um die Zukunft kirchlicher Arbeit angesichts sich verändernder Strukturen ging es dann auch bei Christian Brouwer. Die Landeskirche nimmt das Thema „Anfänge im Glauben“ als Schwerpunkt in den Fokus und hat daneben mehrere Punkte erarbeitet, um die Kirche als Konstrukt aus Gemeinden, Kirchenkreisen und Landeskirche zukunftsfähig zu machen. „Bei allen Veränderungen soll die Autonomie der Gemeinden gewahrt werden“, erläuterte er, doch müsse es auch eine gewisse Steuerung geben.
Hier gibt es Ansätze in verschiedenen Bereichen, doch bei allen Reformen sei es natürlich so, dass eine Veränderung nie abgeschlossen ist, sondern ein stetiger Prozess. „Wir müssen uns ein bisschen davon verabschieden, dass wir alle mitnehmen wollen“, wies er auch auf einen Punkt hin, der kirchenstrukturelle Prozesse oft bremst. Es müssen eben auch Entscheidungen getroffen werden, damit die Kirche mit weniger Mitgliedern, weniger Personal und auch weniger Finanzmitteln in einer Zeit, die vom Klimawandel und gesellschaftlicher Säkularisierung geprägt ist, handlungsfähig bleibt.
Weiterhin ging es in der Sitzung um das Kirchenmusikkonzept, das für die Zukunft vorsieht, die Regionen mehr zu vernetzen und in die Fläche zu gehen. Die Kreiskantoren in Leine-Solling haben sich dazu Schwerpunkte erarbeitet und dazu vielerlei Ideen. Wer interessiert ist, kann beispielsweise am 25. Juni um 8 Uhr beim Zoom-Meeting „Moin vor 9“ dabei sein, das dem Austausch dient (für nähere Informationen sind Ulrike Hastedt, Ole Hesprich und Henrik Stark die Ansprechpartner).
Die Bildung eines Anlageausschusses wurde diskutiert und letztlich beschlossen, ebenso eine Neueinstufung des Gemeindehauses Ellierode, damit es vermietet werden kann. Ute Räbiger informierte über die Schulungen zur Prävention sexualisierter Gewalt, Tobias Grote über die Weiterentwicklung des Gebäudemanagements des Kirchenkreises und Superintendentin Stephanie von Lingen über einige Entwicklungen und Termine im Kirchenkreis, so auch über die Veruntreuung im Kirchenamt, die in der Presse ausführlich Thema war, sowie über die Tatsache, dass in den kommenden Jahren viele Pastor*innen in den Ruhestand gehen werden, aber nur wenige Studierende nachfolgen. „Wir kommen nur weiter, wenn wir weiterhin regional aufeinander zugehen“, machte sie deutlich.
Die Kirchenkreissynode Leine-Solling beschäftigte sich mit Veränderungsprozessen in Kirche und Gemeinden. Foto Christian Dolle: Referent Dr. Christian Brouwer