Vogelbeck

Foto: Jan von Lingen

Foto: Yvonne Guschke-Weinert

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Orgel

Foto: Jan von Lingen

Kindergottesdienst

Kindergottesdienst

Wort zum Sonntag, HNA, EM am 12.09.2026

12. September 2026

Einander tragen

Als Kirchenkreissozialarbeiter begegne ich Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Viele sorgen sich um ihre Zukunft, steigende Kosten, Einsamkeit oder darum, ob sie in unserer Gesellschaft noch einen Platz haben. Ja, das Leben kann auch eine Last sein!

In meiner Arbeit erlebe ich, wie viel es bedeuten kann, wenn jemand da ist: zuhört, aushält, ermutigt oder ganz praktisch hilft. Keiner von uns kann das Leben allein tragen. Wir brauchen einander.

Paulus schreibt: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." (Galater 6,2)

Dieser Satz begleitet mich auch über die persönliche Begegnung hinaus.
Denn was im Kleinen für den einzelnen Menschen zutrifft, gilt für mich ebenso für unsere Gesellschaft: Wir tragen Verantwortung füreinander. Wir entscheiden mit darüber, ob Menschen sich gesehen und zugehörig fühlen oder ob sie allein gelassen werden. Auch eine Gesellschaft muss Lasten gemeinsam tragen und immer wieder darum ringen, wie das gelingen kann.

Eine dieser Weichenstellungen steht an diesem Wochenende an: die Wahl. Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen und davon, dass wir einander achten, die Würde des anderen bewahren und Verantwortung übernehmen. Dazu gehört, dass wir uns für unsere Demokratie einsetzen und sie nicht als selbstverständlich betrachten.

Eine demokratische Gesellschaft braucht Freiheit und Vielfalt, aber ebenso eine klare Grenze gegenüber Menschenverachtung und Ausschluss. Wo Menschen abgewertet werden, weil sie nicht dem entsprechen, was andere für normal oder richtig halten, dürfen wir nicht schweigen. Sie lebt davon, dass Menschen widersprechen, wenn andere diskriminiert werden, und bereit sind, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Wählen zu gehen bedeutet deshalb mehr als ein Kreuz auf einem Wahlzettel.

Es bedeutet, Verantwortung für dieses Miteinander zu übernehmen.

„Einer trage des andern Last."

 Ein alter Satz, vielleicht selten so aktuell wie heute.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wahlwochenende!

Ihr
Marco Spindler
Kirchenkreissozialarbeiter in Einbeck

Marco Spindler