Wort zum Sonntag für den 16. August 2026 – 11. Sonntag nach Trinitatis
Riesenrad-Fahren
Urlaub ist wie Riesenrad-Fahren: Einsteigen und langsam in die Höhe fahren. Von oben genieße ich den Überblick. Die Dächer der Stadt liegen kleiner unter mir und ich bitte Gott, dass die Sorgen darunter übersichtlicher werden. Um uns Menschen in der Gondel spannt sich der Himmel luftig. Urlaub ist so ähnlich, einer der Höhepunkte im Jahr. Freie Zeit, mehr Raum für das Wesentliche, und langsam werde ich in die Höhe gehoben und sehe den Alltag und manches Problem mit ein bisschen mehr Abstand.
Von Jesus wird uns überliefert, wie er diese Draufsicht auf das Leben mit zwei Menschen vergleicht, die ganz verschieden auf ihr Leben sehen. Der eine, ein Pharisäer, betet: „Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.“ Er hält sich für gut. Der andere, jener Zöllner, betet und bittet: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Jeder der beiden sieht an sich selbst nur eine Seite. Beide übersehen dabei viel. Der Pharisäer merkt nicht, dass er genau in diesem Moment des Gebets andere schlecht macht und sich damit versündigt. Der Zöllner sieht nur seine Schuld und übersieht, wie viel Gutes in seinem Leben ist.
Das Riesenrad des Urlaubs lässt uns mehr als eine Perspektive erleben. Die Fülle des Lebens wird spürbar. Ich wünsche Ihnen, dass sie dieses Gefühl und die Freude daran mitnehmen, wenn sich das Riesenrad langsam wieder in die Niederungen des Alltags senkt.
Gott segne und behüte Sie!
Annegret Kröger,
Pastorin in der Region Leinetal-Ahlsburg