Moment Mal – Reformationstag 2026
„Hier stehe ich und kann nicht anders“ – ein Satz, der Martin Luther zugeschrieben wurde. Er sollte nach dem Reichstag zu Worms 1521 kurz und knapp zusammenfassen, wie Luther sich geweigert hatte, seine Thesen und Schriften zu widerrufen. Eindringlich und bis heute bekannt ist er. In seiner Kürze verzerrt er das Ereignis, das er eigentlich zusammenfassen soll. Martin Luthers Ziel war es nicht, in seiner Person, seinem eigenen Denken die Grundlage der Wahrheit zu verankern, für die er stand. Seine Lehre: Jede christliche Entscheidung muss sich an der Bibel als Referenz messen lassen.
Aber jede Formulierung, jeder Standpunkt, ist menschlich und subjektiv. Das gilt auch für die Texte der Bibel. „Menschlich“ ist ein Begriff dafür, das Wohl unserer Nächsten zu achten. Mich weist das Wort darauf hin, dass wir alle aus einer Quelle stammen, die uns Gefühl mit Herz und Verstand mitgegeben hat. Reformation bedeutet, sich der eigenen Fehlbarkeit bewusst zu werden, und bescheiden mithilfe der Nächsten und der Erfahrungen mit Gott Entscheidungen zu treffen.
Möge das Nachdenken über Reformation uns Segen bringen!
Ihre Annegret Kröger, Pastorin