Wort zum Sonntag, Morgenpost, 3. Januar 2026
So unwahrscheinlich es auch sein mag…
Wie wahrscheinlich ist es, dass der Krieg in der Ukraine bald endet? Und wie wahrscheinlich wird es dann ein gerechter Friede sein?
Wie wahrscheinlich ist es, dass die Politik zur Besinnung kommt und wir in der Klimapolitik endlich mal auf Kurs kommen (also quasi das Aus vom Aus vom Verbrenneraus beschlossen wird)?
Und wie wahrscheinlich ist es, dass ich selbst es im neuen Jahr schaffe, immer friedlich und freundlich durch die Welt zu gehen, einen alten Streit beizulegen – überhaupt all die vielen guten Vorsätze, in die Tat umzusetzen, die ich mir ja gerne um diese Zeit vornehme?
Wahrscheinlich alles recht unwahrscheinlich…
Am nächsten Dienstag begehen wir wieder den Dreikönigstag, an dem wir uns daran erinnern, dass drei Sterndeuter aus dem Osten einen neuen Stern am Himmel entdeckten und meinten, er würde einen neuen König ankündigen und sich auf den Weg machten, um ihn ausfindig zu machen.
Wie wahrscheinlich war es, dass sie am Ende ihres Weges tatsächlich etwas finden würden?
Allen Unwahrscheinlichkeiten zum Trotz sind sie losgegangen, haben sich auf einen Weg gemacht, der sicherlich weit und beschwerlich war, haben sich, immer dem Stern folgend, auf die Suche nach dem neugeborenen König begeben und haben schließlich, durchaus überraschend, das Jesuskind in der Krippe gefunden.
Und so unwahrscheinlich es auch sein mag, dass sich diese Geschichte genau so zugetragen hat, macht sie mir Mut für meinen Weg durch das neue Jahr: Macht mir Mut, den Weg zu gehen, wenn er auch weit und beschwerlich sein mag. Macht mir Mut, auch im Unmöglichen mit dem Möglichen und Überraschenden zu rechnen - dabei immer meinen Leitstern, das Kind in der Krippe, im Blick.
Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen ganz viel Überraschendes und Unmögliches und vor allem: ganz viel Gutes!
Ihre Stefanie Deichmann, Pastorin in der ev.-luth. Kirchengemeinde Einbeck