Zensuren
Als ich meine erste 5 nach Hause brachte, sagte mein Vater: „Das ist nur eine Zensur und kein Urteil über Dich. Du musst auch mal wissen, wie sich das anfühlt. Dann weißt du, wie sich Menschen fühlen, die eine 5 kriegen.“ Das hat mich damals getröstet. Aber ich weiß eigentlich erst jetzt, warum. „Deine Erfahrung ist zu etwas nütze. Du kannst damit etwas anfangen“, drücken die Worte meines Vaters aus. Die 5 dient nicht nur dazu, Misserfolg anzuzeigen, sondern auch Demut und Mitgefühl zu schärfen. Schwächen können genau wie Stärken etwas Gutes in uns Menschen hervorbringen.
„Meine Kraft kommt gerade in der Schwäche voll zur Geltung“ (2. Korintherbrief 12,9), so hat der Apostel Paulus von Gott in einem seiner Gebete erfahren. Er lässt sich dadurch zu einer demütigen und mitfühlenden Haltung anregen. Wir sind mit unseren Schwächen und Stärken in Gottes Hand geborgen. Eine Zensur ist ein Hinweis. Sie ist kein Urteil über den Menschen, der sie bekommt.
Viel Kraft und liebevolle Deutung der Zeugnisse wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern und ihren Familien.
Bleiben Sie behütet! Ihre Annegret Kröger, Pastorin in der Region Leinetal-Ahlsburg