Kommt, bringt eure Last
Auf den Plakaten zum diesjährigen Weltgebetstag aus Nigeria tragen Frauen aus den ländlichen Regionen ihre Ernte auf dem Kopf. Andere befördern so das täglich benötigte Wasser von der Wasserstelle nach Hause. Die Wege werden in Folge des Klimawandels immer länger.
Das sind die sichtbaren Lasten, die die Frauen dort tragen müssen. Von inneren Lasten erzählen sie: von gewalttätigen Auseinandersetzungen im Land, bei denen ihre Männer sterben. Eine junge Frau muss für ihre drei kleinen Kinder allein sorgen. Eine andere bangt um ihre eigene Tochter, wenn sie sie zur Schule verabschiedet. Sie erzählt von der Entführung von Schulmädchen durch Terroristen. Die Tochter ihrer Nachbarin ist seit acht Jahren verschwunden. Eine dritte berichtet von der weitverbreiteten Armut. Dabei sprudelt aus der Erdölförderung viel Geld in die Staatskasse. „Die Regierung scheint sich nur um sich selbst zu kümmern, nicht um uns,“ klagt sie.
Jesus lud ein: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Mt. 11, 28) Im Gottesdienst haben wir diese Lasten geteilt und sie Gott ans Herz gelegt. Die Nigerianerinnen erzählen auch, dass ihr Austausch sie gestärkt habe. Sie teilen Sorgen, Essen und Kinderbetreuung. Sie entdecken, dass sie nicht allein sind. Ihr Glaube an Gott trägt sie. Ihre Last wird leichter. So finden sie Ruhe für ihre Seelen. Wir beten für sie mit und unterstützen sie finanziell, dass sie selbständig leben können.
Gillersheim, d. 26.02.2026, Johanna Hesse, im Gastdienst in Langenholtensen.